Thüringen: Landesgartenschauen als Motor für Stadtentwicklung

Thüringen: Landesgartenschauen als Motor für Stadtentwicklung

Thüringen: Landesgartenschauen als Motor für Stadtentwicklung

  • Garten- & Landschaftsbau
  • 5 Min

Ministerpräsident Mario Voigt übernimmt die Schirmherrschaft für die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026. Weitere Stationen sind terminiert: Orlaregion 2030 und Altenburg 2032; zusätzlich ist für 2036 eine weitere Landesgartenschau angekündigt, der Austragungsort wird noch ausgeschrieben.

Langfristige Wirkung

Landes- und Bundesgartenschauen haben in Thüringen Industriebrachen in Parks und Freiräume verwandelt, Grünzüge verknüpft, Tourismus und Lebensqualität gestärkt und Städten ein neues, grünes Profil gegeben.

Historische Wurzeln

Ein Meilenstein war die IGA 1961 in Erfurt auf dem heutigen egapark-Gelände; Erfurts BUGA 2021 erneuerte diesen Ruf mit modernisiertem egapark und dem öffentlich erlebbaren Petersberg.

Rückblick auf Thüringer Gartenschauen

Pößneck (LGS 2000) revitalisierte Industrieflächen (ca. 465.000 Besucher, ca. 16,5 Mio. Euro Investitionen). Nordhausen (LGS 2024) schuf „Die neue Mitte“ mit Petersberg-Park und Bürgerpark (ca. 480.000 Besucher, 13 ha). Die BUGA 2007 in Gera/Ronneburg transformierte Bergbauflächen zur „Neuen Landschaft Ronneburg“ und modernisierte den Hofwiesenpark (1,48 Mio. Besucher). Schmalkalden (LGS 2015) verband Altstadt und neue Parks, sanierte Terrassengärten (427.000 Besucher, 17 ha Kernzone). Apolda (LGS 2017) entwickelte die Herressener Promenade zum Bürgerpark (420.000 Besucher, ca. 16,3 Mio. Euro Investitionen). Erfurt (BUGA 2021) zog ca. 1,5 Mio. Besucher an, investierte ca. 190 Mio. Euro auf 43 ha.

Leinefelde-Worbis 2026

Nach Verschiebung aufgrund archäologischer Funde steht die Umnutzung bestehender Flächen, klimaresiliente Freiräume und die stärkere Vernetzung von Stadt, Landschaft und Region im Mittelpunkt; es sollen dauerhafte Strukturen für die Bevölkerung entstehen.

Regionale Perspektiven 2030/2032

Die Orlaregion plant ein interkommunales Konzept zur Regionalstärkung. Altenburg will historisches Erbe, insbesondere rund um das Schlossareal, aufwerten; vorgesehen sind Aufwertungen von Innenstädten und Uferbereichen, neue Erholungsräume und intensivierte Zusammenarbeit.

Ausblick 2036

Für 2036 ist eine weitere Landesgartenschau vorgesehen. Kommunen sollen sich mit Konzepten zu Klimaanpassung, Biodiversität, nachhaltiger Mobilität und lebenswerter Innenstadtentwicklung bewerben.

Gemeinschaftsaufgabe

Erfolge basieren auf der Zusammenarbeit von Kommunen, Land, Verbänden, Planungsbüros, Unternehmen und Engagierten. Dieses Netzwerk soll die kommenden Vorhaben von Leinefelde-Worbis über die Orlaregion und Altenburg bis zur LGS 2036 tragen.

Bild: © CC BY-SA 3.0, TomKidd