ATLAS beantragt Sanierung in Eigenverwaltung
Die ATLAS GmbH aus Ganderkesee hat beim Amtsgericht Delmenhorst einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Mit Beschluss vom 6. Februar 2026 ordnete das Insolvenzgericht die vorläufige Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt fortgeführt, Produktion, Ersatzteilservice und Kundendienst laufen planmäßig weiter. Auch für weitere Gesellschaften der ATLAS-Gruppe wurden entsprechende Anträge gestellt, darunter ATLAS Spare Parts GmbH, ATLAS FF GmbH & Co. KG, ATLAS Group Services GmbH und ATLAS Kompakt GmbH. Ziel ist eine gruppenweite Restrukturierung unter einheitlichem rechtlichem Rahmen.
Sachwalter und Sanierungsteam bestellt
Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt die Geschäftsführung im Amt, das Gericht bestellt einen Sachwalter zur Überwachung. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Hendrik Gittermann (Kanzlei REIMER) bestellt. Unterstützt wird die operative Sanierung durch Dr. Malte Köster und Dr. Hans-Joachim Berner (KÖSTERBERNER Sanierungsrecht) als Generalbevollmächtigte.
Unternehmen, Beschäftigte und wirtschaftlicher Hintergrund
ATLAS wird als Traditionshersteller von Baumaschinen seit 1919 beschrieben, bekannt für Mobil- und Raupenbagger sowie Ladekrane. Die betroffenen Gesellschaften beschäftigen rund 400 Mitarbeitende, der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Mio. Euro. Als Auslöser nennt der Text eine länger anhaltende Marktschwäche in Bau- und Baumaschinenwirtschaft mit rückläufigen Auftragseingängen und geringerer Auslastung. Restrukturierungsmaßnahmen und Liquiditätsbeiträge der Gesellschafter seien bereits erfolgt, Liquiditätsengpässe hätten sich jedoch nicht vollständig vermeiden lassen.
Insolvenzgeld und Investorenprozess
Die Beschäftigten wurden informiert; Löhne und Gehälter sind über Insolvenzgeld bis einschließlich April 2026 gesichert. Parallel soll in den kommenden Tagen ein strukturierter internationaler Investorenprozess starten, um zusätzliche Optionen für die Fortführung zu eröffnen.