Studie: Entwicklung im Wohnungsbau bis 2035

Studie: Entwicklung im Wohnungsbau bis 2035 Bild: stock.adobe.com

Studie: Entwicklung im Wohnungsbau bis 2035

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Die Studie Megatrends am Bau von BauInfoConsult untersucht, wie sich Wohn- und Baunachfrage bis 2035 entwickeln könnten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Wohnbedarf und tatsächliche Baunachfrage zunehmend auseinanderfallen. Seit 2022 hat sich die Entkoppelung von Einkommen und Eigentumsbildung verstärkt, was trotz anhaltenden Bedarfs zu einer spürbaren Absenkung der Bautätigkeit geführt hat. Für den Prognosezeitraum geht die Studie von einer geringeren Wanderungsdynamik aus. Zudem könnten Bestandsverdichtung, Ersatzneubau und Umbau zusätzlichen Wohnraum schaffen. Der klassische Neubaubedarf dürfte deshalb tendenziell sinken und voraussichtlich bei jährlich etwa 200.000 bis 300.000 Einheiten liegen.

Regionale Unterschiede prägen die Entwicklung

Entscheidend bleiben laut Studie die lokalen Unterschiede bei Bautätigkeit und Marktdynamik. Aus Sicht der Expertinnen und Experten vertieft sich bis 2035 die Kluft zwischen ländlichen Räumen, dem Umland der Städte und den urbanen Zentren weiter. Während sich das Umland für Haushalte mit dem Wunsch nach Wohneigentum im Grünen bei guter Anbindung als attraktiv erweist, bleiben in den Städten vor allem Mieterhaushalte und einkommensschwächere Gruppen. Für viele Kommunen im dicht bebauten Raum bedeutet das sinkende Einkommenssteueranteile bei gleichzeitig hohen oder steigenden Sozialausgaben. Maßnahmen zur Aufwertung der Städte, etwa mehr Begrünung oder stärkere Freizeit-, Kultur- und Sportangebote, gelten zwar als sinnvoll, stellen die Kommunen finanziell jedoch vor zusätzliche Herausforderungen.

Bestandsumbau gewinnt an Bedeutung

Der demografische Wandel verschiebt die Anforderungen auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich. Die Studie verweist auf eine stärkere Konzentration von Wohnraum bei älteren Paaren oder Alleinstehenden im Bestand sowie auf einen steigenden Bedarf an barrierefreiem Wohnraum. Modelle wie Wohnungstausch könnten gemeinsam mit Umbaumaßnahmen zu einer effizienteren Verteilung der Wohnflächen beitragen, ihr flächendeckender Erfolg wird jedoch skeptisch bewertet. Insgesamt gewinnt die Optimierung des Bestands an Bedeutung. Neben Ersatzneubauten und zirkulären Baumaßnahmen im Bestand könnte auch eine vorübergehende Wiederbelebung des Eigenheimbaus durch ein Subventionsprogramm eine Rolle spielen. Der Geschoss- und Mietwohnungsbau bleibt dennoch ein zentrales Feld, da die Mieterquote voraussichtlich hoch bleibt.

Infrastruktur bleibt zusätzlicher Bautreiber

Neben dem Wohnungsbau verweist die Studie auch auf den Verkehrssektor. Sollte sich die Elektrifizierung des Individualverkehrs bis 2035 deutlich durchsetzen, wären entsprechende Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur notwendig. Damit bleibt Bauengagement auch für die Verkehrswende ein wesentlicher Faktor.