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Soziale Vermieter fordern Hamburg-Standard für Sanierungen
Die sozialen Vermieter Hamburgs fordern einen Hamburg-Standard für die Sanierung und Modernisierung von Wohngebäuden. Nach Einschätzung des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen muss der Gebäudebestand stärker in den Mittelpunkt rücken, wenn Hamburg bis 2040 Klimaneutralität erreichen will. Bislang gilt der Hamburg-Standard vor allem für Neubauten.
Mehr Investitionen in den Bestand
Die VNW-Unternehmen investieren zunehmend in bestehende Wohngebäude. Für dieses Jahr sind rund 480 Millionen Euro für den Bestand geplant, etwa 80 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sollen die Investitionen in den Neubau auf 440 Millionen Euro sinken, fast 80 Millionen Euro weniger als 2025. Der Verband sieht darin eine Verschiebung zugunsten der energetischen Modernisierung.
Kosten senken bei Neubau und Sanierung
VNW-Direktor Andreas Breitner warnt, dass steigende Anforderungen der Energiewende die Investitionen in den Bestand erhöhen. Zugleich spricht sich der Verband gegen eine Verschärfung des Mietrechts aus, da ein Mietendeckel notwendige Investitionen erschweren könne. Marko Lohmann von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille verweist auf das Ziel, die Baukosten in Hamburg durch geeignete Standards deutlich zu senken.
Sanierung mit steigenden Preisen
Aus Sicht der Genossenschaften braucht es auch für die Sanierung klare und kostensenkende Regelungen. Gerade bei Erhalt und Modernisierung seien die Preise erheblich gestiegen. Da Bestandsgebäude für die Erreichung der Klimaschutzziele zentral sind, müssten wirtschaftliche Sanierungswege entwickelt werden.
Neubau wirtschaftlich unter Druck
Peter Kay von der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter verweist auf hohe Rohbaukosten, die Neubauprojekte zunehmend erschweren. Genossenschaften stünden für bezahlbaren Wohnraum, könnten diesen bei den aktuellen Neubaukosten aber immer schwerer garantieren. Gleichzeitig sieht er bestehende Mietrechtsregelungen als Faktor, der Umzüge erschwert und den Wohnungsmarkt zusätzlich verengt.
Mieten unter Mietenspiegeldurchschnitt
Die monatliche Nettokaltmiete bei den Hamburger VNW-Unternehmen liegt derzeit im Durchschnitt bei 7,69 Euro pro Quadratmeter. Im Vorjahr waren es 7,61 Euro. Der Durchschnittswert des Hamburger Mietenspiegels beträgt 9,94 Euro pro Quadratmeter. Im vergangenen Jahr wurden 1.188 Wohnungen schlüsselfertig übergeben, in diesem Jahr sollen es 1.810 Wohnungen sein. Die Gesamtinvestitionen sollen von rund 1,24 Milliarden Euro im Vorjahr auf rund 917 Millionen Euro sinken.