PV-Boom trotz Nachfragerückgang
Die Nachfrage nach Solardächern im Eigenheimsegment ist 2025 rückläufig. Laut Bundesverband Solarwirtschaft wurden bislang rund 28 Prozent weniger PV-Anlagen auf Eigenheimen installiert als im Vorjahreszeitraum. Langfristig zeigt sich jedoch Wachstum: Seit Anfang 2020 stieg der Bestand von 1,7 auf 4,1 Millionen Anlagen.
Systemwirkung moderner Gebäudetechnik
Eine Kurzstudie der HTW Berlin verweist darauf, dass der weitere Zubau von Dach-PV seltener zusätzlichen Netzausbau auslöst als angenommen. In Kombination mit Lastmanagement lassen sich bestehende Netze effizienter nutzen; zusätzlicher Ausbau entsteht primär durch neue elektrische Verbraucher, nicht durch PV allein.
Prosuming-Modelle mit Netzvorteil
Untersucht wurden Konstellationen, in denen Haushalte Strom erzeugen und verbrauchen. Die intelligente Kopplung von PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto senkt Lastspitzen, verbessert die Auslastung der Infrastruktur und reduziert Systemkosten. Damit rückt die Verzahnung von Erzeugung und Verbrauch in Gebäuden in den Mittelpunkt.
Speicher als Schlüsselkomponente
Batteriespeicher glätten PV-Erzeugungsspitzen und dämpfen Verbrauchsspitzen neuer Stromanwendungen. In der Praxis werden bereits acht von zehn neuen Dachanlagen mit Speichern kombiniert; vier von zehn werden zusätzlich mit Wärmepumpen oder E-Autos verknüpft. Die Kombination etabliert sich als Standard der Sektorkopplung.
Risiken durch Nachfragedelle
Die schwächere Marktdynamik gilt als Warnsignal. Verschlechterte politische oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten den Ausbau bremsen und Auswirkungen auf Bauwirtschaft und Ausbaugewerke haben. Gleichzeitig verfolgt die Bundesregierung das Ziel, private Haushalte als aktive Akteure der Energieversorgung einzubinden und Systemkosten zu begrenzen.
Quelle: www.meistertipp.de