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Palfinger und Icon treiben 3D-Betondruck in den Hochbau
Mit der Kooperation von Palfinger und dem US-Unternehmen Icon gewinnt der 3D-Betondruck in der Bauwirtschaft weiter an Gewicht. Die Partnerschaft verbindet Kran- und Hebetechnologie mit digitaler Fertigung und zielt auf die Automatisierung großformatiger Bauprozesse. Damit reagieren beide Unternehmen auf steigende Anforderungen an Produktivität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Bauwesen. Für großvolumige Bauprojekte eröffnet die Zusammenarbeit neue Perspektiven, weil Maschinenbaukompetenz und 3D-Drucktechnologie systematisch zusammengeführt werden.
Großmaschine für den mehrgeschossigen Bau
Im Mittelpunkt der Kooperation steht das System Titan. Die großformatige Robotereinheit wurde für den Einsatz im Bauwesen entwickelt und kann Strukturen mit einer Höhe von bis zu acht Metern automatisiert drucken. Sie ist auf Dauerbetrieb ausgelegt und soll damit erstmals einen wirtschaftlichen Einsatz im mehrgeschossigen Bau ermöglichen. Technische Grundlage sind unter anderem Hebelösungen und Stabilisierungssysteme von Palfinger, die präzise Bewegungen und eine Skalierung der Druckprozesse auf größere Bauvorhaben ermöglichen.
Antwort auf Kosten- und Fachkräftedruck
Die Technologie adressiert zentrale Probleme der Bauwirtschaft. Automatisierte Abläufe sollen Bauzeiten verkürzen, den Personalbedarf auf der Baustelle senken und die Arbeitssicherheit erhöhen. Gleichzeitig lassen sich Ressourcen gezielter einsetzen. Nach Angaben der Unternehmen zeigen erste Prototypen, dass sich Projekte schneller und bei sinkenden Kosten umsetzen lassen. Hinzu kommen neue Möglichkeiten für bezahlbaren Wohnraum, weil sich auch komplexe Strukturen ohne zusätzlichen Aufwand realisieren lassen. Vor allem im seriellen Wohnungsbau eröffnet das Vorteile. Auch der Materialeinsatz kann optimiert werden.
Palfinger erweitert sein Geschäftsfeld
Für Palfinger ist die Zusammenarbeit Teil einer strategischen Erweiterung über klassische Anwendungsfelder hinaus. Das Unternehmen bringt seine Erfahrung bei großformatigen Hebelösungen, Automatisierung und Systemintegration in den robotergestützten 3D-Druck ein und positioniert sich damit stärker im Bereich großformatiger Robotik. Die Kooperation zeigt zugleich, dass sich der 3D-Betondruck weiter vom Pilotprojekt zur industriellen Anwendung entwickelt. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe verändert sich damit das technologische Umfeld im Hochbau, insbesondere bei Prozessen, Kostenstrukturen und Wettbewerbsfähigkeit.
Quelle: www.meistertipp.de