KfW 55 kehrt zurück
Das unter KfW 55 bekannte Programm startet als EH55-Plus neu: Seit gestern werden Neubauten und Ersterwerbe im Effizienzhaus-55-Standard gefördert, sofern die Wärmeerzeugung vollständig erneuerbar ist. Pro Wohneinheit sind bis zu 100.000 Euro Kredit möglich; der Fördertopf umfasst 800 Millionen Euro. Genannt werden Zinssätze von etwa 1,94 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit beziehungsweise 2,84 Prozent bei 35 Jahren. Ziel ist, baureife Vorhaben in die Umsetzung zu bringen und den Bauüberhang zu reduzieren.
Branchenreaktionen zwischen Hoffnung und Skepsis
Die Maßnahme soll den Wohnungsbau kurzfristig beleben. Der GdW bewertet den Start grundsätzlich positiv, hält die Konditionen jedoch für zu hoch, da daraus Neubaumieten um 17 Euro pro Quadratmeter resultieren könnten. Die Deutsche Säge- und Holzindustrie sieht Chancen, genehmigte Projekte anzuschieben und betont mögliche Vorteile des Holzbaus durch Vorfertigung und kurze Bauzeiten.
Kritik an Klimawirkung und Förderlogik
Das Deutsche Energieberater-Netzwerk moniert, der EH55-Plus-Standard liege nur knapp über gesetzlichen Mindestanforderungen und setze zu wenige Anreize für CO₂-Minderung. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Mittel rasch ausgeschöpft werden, ohne den Bauüberhang spürbar zu verringern.
Ausblick: Anschub ja, Stabilisierung ungewiss
Die Reaktivierung setzt einen Startschuss für baureife Projekte, doch Zinshöhe, verlässliche Planung und eine stärkere Ausrichtung auf Klimawirkung bleiben entscheidend. Ob das Programm über einen kurzfristigen Impuls hinaus Wohnungsbau, Bauunternehmen und Handwerk nachhaltig stabilisiert, ist offen.
Quelle: www.meistertipp.de