HAWK-Programm IPONI für nternationale Bau- und Architekturfachkräfte
Das Weiterbildungsprogramm Internationale Potentiale für Niedersachsen (IPONI) der HAWK richtet sich an hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland und unterstützt den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Es umfasst Deutschkurse für Fachsprache, interkulturelles Training, eine Gasthörendenschaft in den entsprechenden Studiengängen sowie Bewerbungscoaching. Das Angebot läuft seit 2024 und wird über das Förderprogramm Profi plus des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) finanziert. Stand 2. Januar 2026 nahmen 31 Personen teil, 16 sind aktuell noch aktiv, mindestens 9 unterschrieben bereits einen Arbeitsvertrag.
Hürden bei Bewerbungen und in Unternehmen
Als Hindernisse nennt das Projektteam unter anderem sprachliche Anforderungen sowie Unterschiede bei Normen und Vorschriften, die für Tätigkeiten in Deutschland relevant sind. Svenja Bethge, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, berichtet zudem von Vorbehalten in Unternehmen, etwa bei der Einordnung ausländischer Abschlüsse oder wegen zusätzlicher Aufwände durch aufenthaltsrechtliche Fragen. In der Folge würden Bewerberinnen und Bewerber teils schon vor dem Vorstellungsgespräch aussortiert.
Fallbeispiel aus dem Bauingenieurwesen
Hassan Al Abrash kam im März 2022 aus Syrien nach Deutschland und lebte anschließend in Alfeld. In Syrien studierte er Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Wasserressourcenmanagement und arbeitete nach dem Studium an Projekten zur Schadensbewertung, Sanierungsplanung sowie an der Sanitärtechnik eines Krankenhauses. Für die Jobsuche in Deutschland absolvierte er mehrere Deutschkurse, ließ Dokumente übersetzen, kümmerte sich um die Anerkennung seiner Zeugnisse und nahm am Projekt StartGuides der Volkshochschule teil; dennoch blieb der Einstieg zunächst schwierig. Als zusätzliche Faktoren beschreibt er fehlende Routine mit deutschen Vorgaben sowie den fehlenden Führerschein, der für viele Stellen vorausgesetzt wurde; insgesamt schätzt er 70 bis 80 Bewerbungen. Über StartGuides erfuhr er von IPONI und fand nach einigen Monaten im Programm über eine Jobmesse in Alfeld Kontakt zur Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr; nach einem Bewerbungsgespräch erhielt er eine Zusage für eine Stelle in der Bauüberwachung. Als nächste Ziele nennt er eine Wohnung in Hannover in Arbeitsplatznähe und die weitere berufliche Entwicklung.
Vernetzung und Unterstützung für Arbeitgeber
Beate Breitenstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, sieht einen Teil der Wirkung in der Vernetzung der Teilnehmenden untereinander und in externen Netzwerken, die Rückhalt geben und bei Rückschlägen stabilisieren sollen. Unternehmen, die regelmäßig Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Architektinnen und Architekten anbieten, können sich an das IPONI-Team wenden; neben dem Kontakt zu Fachkräften bietet das Team Unterstützung bei Klärungsbedarf, etwa zu Aufenthaltstiteln. Bethge betont dabei die hohe Qualifikation der Teilnehmenden und verweist auf deren häufig vorhandene Berufserfahrung; Ziel der Projektarbeit sei es, den Übergang in Beschäftigung zu erleichtern.