GWH und Systeno: Digitale Heizungsoptimierung
Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen und die Tochtergesellschaft Systeno GmbH haben mit dem Gebäude Navigator eine digitale Plattform für die Immobilienbranche vorgestellt. Das System soll Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung von Beständen niedrigschwellig vorantreiben. Im Modul Digitale Heizungsoptimierung sieht das Unternehmen einen Beitrag zur Energie-, CO2- und Kostenreduktion sowie zu zukunftssicheren Heizbetrieben; Investitions- oder Einmalkosten werden ausgeschlossen, die Kosten werden als wiederkehrend und rechtssicher umlegbar beschrieben.
Einsparwerte und technischer Kern
Die digitale Heizungsoptimierung soll im Schnitt 18,8 Prozent Energie einsparen, bestätigt durch ein wissenschaftliches Testat der EBZ. Kern ist eine vollautomatische, datenbasierte Optimierung der Heizungsregelung auf Basis der Technologie des Proptech othermo. Die GWH ist über Systeno mit 25,01 Prozent an othermo beteiligt und nutzt die Technologie bereits in eigenen Beständen.
Ablauf der Umsetzung im Bestand
Systeno schließt den Gebäude Navigator herstellerunabhängig an vorhandene Heizungsregler an und kann die Anlage anschließend digital aus der Ferne optimieren. Hochqualifizierte Techniker überwachen die automatische Optimierung und steuern nach, wenn Ineffizienzen oder Auffälligkeiten erkennbar sind. Das Zusammenspiel angepasster Betriebsparameter soll CO2-Emissionen senken und die Energieeffizienzklasse der Gebäude positiv beeinflussen, was laut Darstellung zu einer Absenkung der CO2-Abgaben führen kann.
Einordnung durch othermo und Systeno
Dr. Dennis Metz, Gründer und Geschäftsführer der othermo GmbH, sieht in der Zusammenarbeit mit GWH die Möglichkeit, die Heizungsoptimierung breiter im Markt zu etablieren. Dénes Honus, Geschäftsführer bei Systeno, betont, dass die Implementierung ohne Investitions- oder Einmalkosten erfolge, rechtssicher auf die Mieten umlegbar sei und jede Anpassung dokumentiert sowie EU-konform gespeichert werde.
Erprobung im Portfolio der GWH
Die GWH verwaltet nach eigenen Angaben rund 53.000 Wohnungen und hat das Modul vor der Markteinführung im eigenen Portfolio erprobt. CEO Stefan Bürger beschreibt die digitale Heizungsoptimierung als Dienstleistung aus der Branche für die Branche, die es ermögliche, ESG-Ziele ohne großen Investitionsdruck zu verfolgen.