Generalsanierung: Bahn saniert bis 2031 nur noch 13 Strecken

Generalsanierung: Bahn saniert bis 2031 nur noch 13 Strecken Bild: stock.adobe.com

Generalsanierung: Bahn saniert bis 2031 nur noch 13 Strecken

  • Straßenbau
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Deutsche Bahn und Verkehrsministerium wollen in den kommenden fünf Jahren deutlich weniger vielbefahrene Strecken sanieren als geplant. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt 21 Strecken umfassend erneuert werden. Laut Bahn und Ministerium werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben. Die Priorisierung der Sanierungen ab 2032 soll im kommenden Jahr erfolgen. Bis wann alle rund 40 geplanten Generalsanierungen abgeschlossen sind, ist damit offen.

Umleitungen sollen besser vorbereitet werden

Die Bahn-Infrastrukturtochter InfraGo will Umleiterstrecken intensiver vorbereiten und den Bauablauf mit anderen Baustellen im Netz abstimmen. Vor allem Wettbewerber im Güterverkehr hatten kritisiert, dass Umleitungen nicht ausreichend vorbereitet und kommuniziert worden seien. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Zugverkehr künftig schrittweise wieder hochgefahren werden statt wie bisher an einem festen Datum.

Alle Strecken werden für ETCS vorbereitet

Künftig sollen alle Strecken standardmäßig für das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet werden. Laut Bahn werden dafür alle erneuerten Stellwerke ETCS-fähig, zudem werden angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik verbaut. Die Vorgabe gilt erst zu einem späteren Zeitpunkt, bei den für das kommende Jahr geplanten Baustarts bleibt die Planung unverändert. Nach einer Sanierung soll eine Strecke möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen bleiben.

Der ursprüngliche Zeitplan wurde mehrfach gestreckt

Das Konzept der Generalsanierung entstand unter dem früheren Verkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahnchef Richard Lutz. Vorgestellt wurde es im Februar 2023. Ursprünglich sollten bis 2031 rund 40 vielbefahrene Strecken über Monate gesperrt und grundlegend saniert werden, mit bis zu acht Sanierungen pro Jahr. Danach sollten sie rund zehn Jahre baufrei bleiben. 2025 wurde die Zahl auf vier bis fünf Sanierungen pro Jahr begrenzt und der Zeitplan bis 2036 gestreckt. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte im Juli an, das Konzept grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. Fristen und Kosten müssten eingehalten werden, so Palla. Einige Wochen später hob sie den Zeitplan bis 2036 auf.

Die Pünktlichkeit hat sich nicht verbessert

Die erste Generalsanierung auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim war 2024 nach sechs Monaten Bauzeit abgeschlossen. Auf der Strecke Hamburg–Berlin konnten dagegen wegen der Kälte im Januar und Februar keine Kabelarbeiten im gefrorenen Boden ausgeführt werden. Die Eröffnung verzögerte sich um rund sechs Wochen. Danach kam es zu Verspätungen, Zugausfällen und weiteren Sperrungen. Auch auf der Strecke Nürnberg–Regensburg verzögerte sich die Wiedereröffnung. An der Pünktlichkeit im Gesamtnetz haben die Sanierungen bisher nichts geändert: Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich.