DIW sieht Bauwirtschaft 2026 wieder auf Wachstumskurs
Nach der neuen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung dürfte das Bauvolumen 2026 um 1,7 Prozent und 2027 um 3,4 Prozent steigen. Als zentraler Treiber gilt der öffentliche Bau; zugleich wird eine Belebung des Wohnungsneubaus erwartet.
Öffentliche Investitionen stützen die Erholung
Als Gründe nennt das DIW eine Stabilisierung der Baupreise und der Finanzierungsbedingungen sowie öffentliche Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Das Fiskalpaket dürfte vor allem die öffentliche Bautätigkeit weiter ankurbeln, während private Haushalte zunächst vorsichtiger agieren könnten.
Wohnungsneubau dreht nach Rückgang wieder ins Plus
Der Wohnungsneubau war zuletzt deutlich rückläufig, da höhere Zinsen und stark steigende Baupreise viele Haushalte von größeren Projekten abhielten. 2025 sank der Wohnungsneubau um 6,4 Prozent; für 2026 wird ein Plus von 2,4 Prozent erwartet, für 2027 ein Anstieg um 6,1 Prozent. Als Signal einer Erholung werden steigende Genehmigungszahlen genannt, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 anzogen.
Nichtwohnungshochbau bleibt zunächst schwach
Der Nichtwohnungshochbau hinkt der Entwicklung hinterher. Preisbereinigt wird für 2026 ein Rückgang um ein Prozent erwartet, bevor 2027 ein Plus von 2,2 Prozent möglich erscheint.
Tiefbau bleibt Stütze, Kapazitätsgrenzen als Risiko
Der Tiefbau war bereits in den vergangenen beiden Jahren mit Zuwächsen von jeweils mehr als zwei Prozent ein stabilisierender Faktor; für 2026 erwartet das DIW ein Wachstum von 7,3 Prozent und für 2027 dank des Sondervermögens weitere deutliche Zuwächse. Gleichzeitig warnt das Institut vor sinkender Produktivität im Bauwesen und möglichen Kapazitätsengpässen spezialisierter Firmen, die den Preisauftrieb wieder verstärken und die Dynamik bremsen könnten; vorgeschlagen wird unter anderem eine Taskforce zur Koordination öffentlicher Investitionen unter Einbindung verschiedener staatlicher Ebenen.