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Unsanierte Eigentumswohnungen verlieren an Wert
Eine ImmoScout24-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass energieeffiziente Eigentumswohnungen der Klassen A und B seit 2021 an Wert gewinnen, während unsanierte Wohnungen der Klassen F, G und H verlieren. Im Zeitraum vom ersten Quartal 2021 bis zum vierten Quartal 2025 liegt der Preiszuwachs bei Wohnungen der Klasse A bundesweit bei 13 Prozent, bei Klasse B bei 4 Prozent; unsanierte Wohnungen verlieren je nach Klasse 4 bis 12 Prozent. ImmoScout24 verweist darauf, dass rund 42 Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland die Energieeffizienzklasse E oder schlechter haben und Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie EPBD sowie des Gebäudeenergiegesetzes die Preisentwicklung beeinflussen.
Quadratmeterpreise zeigen Spreizung von 25 Prozentpunkten
Bundesweit stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen der Energieeffizienzklasse A von 5.371 Euro im ersten Quartal 2021 auf 6.095 Euro im vierten Quartal 2025. Bei den ineffizientesten Klassen sanken die Preise im selben Zeitraum: Klasse G von 4.065 Euro auf 3.558 Euro, Klasse H von 3.679 Euro auf 3.222 Euro, jeweils ein Minus von 12 Prozent. ImmoScout24 beziffert die Spreizung in der Wertentwicklung zwischen bester und schlechtester Klasse damit auf 25 Prozentpunkte.
Einfamilienhäuser legen trotz Rückgang seit 2023 insgesamt zu
Bei Einfamilienhäusern weist die Analyse eine stabilere Entwicklung aus: Über alle Energieeffizienzklassen hinweg ergeben sich zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem vierten Quartal 2025 Wertsteigerungen von 4 bis 16 Prozent. Häuser der Klasse A steigen bundesweit von durchschnittlich 4.170 Euro auf 4.836 Euro pro Quadratmeter, Klasse H von 2.419 Euro auf 2.600 Euro, was einem Plus von 7 Prozent entspricht; zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Preise seit 2023 auch in diesem Segment zurückgehen.
Entscheidungswege bremsen Sanierungen in Mehrfamilienhäusern
ImmoScout24 leitet aus den Ergebnissen ab, dass der Sanierungsdruck Eigentumswohnungen stärker trifft als Einfamilienhäuser. Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford führt dies darauf zurück, dass Einfamilienhäuser häufig in Eigenregie saniert werden können, während Wohnungseigentümer nicht allein entscheiden, sondern die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft benötigen; das bremse Sanierungen und wirke sich auf die Preise aus. Zudem betreffe die Sanierung einer Wohnung mit schlechter Effizienzklasse oft das gesamte Mehrfamilienhaus und erfordere entsprechende Beschlüsse.