Europa verharrt bei 363 Tagen Transaktionsdauer
Drooms veröffentlicht zum vierten Mal seinen Real Estate Trends Report und analysiert über die Plattform abgewickelte Transaktionen nach Dauer und Umfang. 2025 entfielen 70 Prozent der Transaktionen auf den Immobiliensektor, 30 Prozent auf Corporate-Finance-, Energy- und Legal-Deals. In Europa blieb die Transaktionsdauer erstmals seit Beginn der Erhebungen gegenüber dem Vorjahr stabil bei 363 Tagen; zusätzlich wurden 80 Immobilienexpertinnen und -experten zu Investmentabsichten und Markteinschätzungen für 2026 befragt.
Investitionspläne und Marktwahrnehmung
Für 2026 planen 36 Prozent der Befragten maximal 20 Millionen Euro Investitionen in Immobilien, 15 Prozent 20 bis 50 Millionen Euro, 14 Prozent 50 bis 100 Millionen Euro, 11 Prozent 100 bis 250 Millionen Euro und 14 Prozent mehr als 250 Millionen Euro. 53 Prozent berichten über alle europäischen Märkte von längeren Transaktionsdauern in den vergangenen zwölf Monaten, darunter 16 Prozent mit mehr als 20 Prozent Zunahme und 27 Prozent mit 10 bis 20 Prozent Zunahme. 24 Prozent sehen eine gesunkene Wahrscheinlichkeit, einen Deal nach der Due Diligence abzuschließen, 54 Prozent eine gleichbleibende.
Ländervergleich und Datenmengen
In der anonymisierten Drooms-Datenbank bleibt Europa bei 363 Tagen, gleichzeitig zeigen sich Unterschiede: Großbritannien steigt auf 577 Tage nach 499 Tagen, Deutschland sinkt auf 398 Tage nach 405 Tagen, Frankreich steigt auf 336 Tage nach 329 Tagen, Spanien auf 244 Tage nach 206 Tagen. Die Datenmenge pro Immobilientransaktion blieb 2025 nach dem Höchststand von 3,6 Gigabyte im Jahr 2024 stabil; als Treiber nennt Drooms gesetzliche und regulatorische Anforderungen.
Mögliche Trendwende und Prozessanforderungen
Drooms-CEO Alexandre Grellier bewertet die stabile Transaktionsdauer in Europa und den leichten Rückgang in Deutschland als mögliche Frühzeichen einer Trendwende, verweist zugleich auf abnehmende Dealsicherheit und weiterhin hohe Transaktionsdauern. Als Konsequenz werden strukturierte und digitale Prozesse für Austausch sowie Bearbeitung von Informationen und Dokumenten betont, insbesondere bei komplexen und grenzüberschreitenden Transaktionen.
Regionen, Asset-Klassen, Herausforderungen und KI
28 Prozent planen, 25 bis 50 Prozent ihres Investitionsvolumens außerhalb des Heimatmarkts zu investieren, 58 Prozent maximal 25 Prozent; besonders gefragt sind Spanien (43 Prozent), die DACH-Region (37 Prozent) und die CEE-Region (34 Prozent), gefolgt von Benelux (22 Prozent). 47 Prozent nennen unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen als größte Hürde, 28 Prozent fehlenden Marktzugang. Bei Asset-Klassen liegen Wohnen (43 Prozent; -1) und Logistik (15 Prozent; -5) vorn, danach Infrastruktur inklusive Rechenzentren (14 Prozent; ±0), Hospitality (11 Prozent; +1), Retail (8 Prozent; +3), Healthcare (7 Prozent; +3) und Büro (1,3 Prozent; -2,7); 62 Prozent wollen das Infrastruktur-Engagement ausbauen, rund 10 Prozent reduzieren. Größte Herausforderung bleibt die Finanzierung (46 Prozent), gefolgt von Restrukturierung und Anschlussfinanzierung (16 Prozent); 39 Prozent nennen mangelnde Investmentopportunitäten, jeweils 28 Prozent Fachkräftemangel und den Umgang mit Regulierung. 60 Prozent wollen 2026 aktiver am Transaktionsmarkt sein als 2025, 15 Prozent wollen Aktivitäten einschränken. Zu KI erwarten 49 Prozent, mit gleicher Personalstärke mehr Deals sichten und vorbereiten zu können; 15 Prozent rechnen mit schnelleren und günstigeren Deals und/oder sinkenden Kosten für Transaktions- und Rechtsberatung, 12 Prozent mit Arbeitsplatzabbau im Transaktionsgeschäft; Grellier sieht KI als Hebel, den Zugang zu Deals zu erleichtern und kleinere Marktteilnehmer wettbewerbsfähiger zu machen, ohne Dealsourcing oder Due Diligence vollständig zu ersetzen.
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