Bundesregierung will Recycling-Baustoffe stärken

Bundesregierung will Recycling-Baustoffe stärken Bild: stock.adobe.com

Bundesregierung will Recycling-Baustoffe stärken

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Die Bundesregierung will die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen ausbauen. Dazu wurde ein Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Im Mittelpunkt stehen der stärkere Einsatz von Recycling-Baustoffen, die Sicherung von Rohstoffen und die Digitalisierung entlang des Gebäudelebenszyklus. Gebäude sollen künftig stärker als Rohstofflager betrachtet werden, deren Materialien nach Rückbau oder Sanierung weiter genutzt werden können.

Digitalisierung und KI im Fokus

Bundesbauministerin Verena Hubertz sieht in Gebäuden einen nutzbaren Materialwert, der stärker berücksichtigt werden müsse. Das Aktionsprogramm soll dazu beitragen, Baumaterialien im Kreislauf zu führen, Rohstoffe zu sichern, die Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen, das Klima zu schützen und Baukosten zu stabilisieren. Digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz sollen Materialströme transparenter machen und die Planung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes verbessern. Zudem kündigt die Bundesregierung an, den rechtlichen Rahmen weiterzuentwickeln und Innovationen gezielt zu fördern.

Bauwirtschaft begrüßt Reformpläne

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bewertet insbesondere die geplante Überarbeitung der Ersatzbaustoffverordnung positiv. Diese gilt in der Branche bislang als zentrale Hürde für den stärkeren Einsatz von Recycling-Baustoffen im Tiefbau. Nach Einschätzung des ZDB haben bürokratische Vorgaben und Rechtsunsicherheit den Einsatz solcher Baustoffe häufig erschwert. Auch die stärkere Ausrichtung öffentlicher Bauvorhaben auf Kreislauffähigkeit wird begrüßt, weil sie die Nachfrage nach recycelten Materialien erhöhen könnte.

Abfallstatus bleibt ungelöst

Eine zentrale offene Frage bleibt aus Sicht der Bauwirtschaft der rechtliche Status aufbereiteter mineralischer Baustoffe. Der ZDB fordert eine klare Regelung, wann solche Materialien ihren Abfallstatus verlieren und als reguläre Produkte gelten. Solange Sekundärbaustoffe bis zum Einbau rechtlich als Abfall behandelt würden, seien Akzeptanzprobleme am Markt zu erwarten.

Digitale Instrumente sollen entlasten

Digitale Produktpässe und ein Circular Economy Information Ecosystem können nach Einschätzung der Bauwirtschaft Prozesse vereinfachen. Zugleich warnt der ZDB vor zusätzlichen Dokumentationspflichten. Digitale Lösungen müssten vor allem mittelständische Bauunternehmen entlasten und Bürokratieabbau in der Praxis spürbar machen. Ob das Aktionsprogramm einen Durchbruch für Recycling-Baustoffe bringt, hängt maßgeblich von der Umsetzung der angekündigten Reformen ab.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer