Wiederverwendbare Ziegelwände senken CO2-Emissionen

Wiederverwendbare Ziegelwände senken CO2-Emissionen Bild: stock.adobe.com

Wiederverwendbare Ziegelwände senken CO2-Emissionen

  • Nachhaltigkeit
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Forscher der Technischen Universität Graz haben gemeinsam mit dem Ziegelhersteller Wienerberger ein System für wiederverwendbare Ziegelwände entwickelt. Das Forschungsprojekt Re-Use Ziegelwand setzt auf industriell vorgefertigte Ziegelwandelemente, die mit reversiblen Fugen statt herkömmlichem Mörtel verbunden werden. Dadurch können die Wände nach dem Rückbau eines Gebäudes zerstörungsfrei demontiert und an anderer Stelle erneut eingesetzt werden.

Potenzial bei Gebäuden mit kurzer Nutzungsdauer

Die Technologie richtet sich insbesondere an Gebäude mit begrenzter Nutzungsdauer. Im Ausgangstext genannt werden Gewerbeimmobilien und Verbrauchermärkte, die häufig bereits nach zehn bis zwanzig Jahren umgebaut oder ersetzt werden. Bislang fallen beim Abriss solcher Gebäude große Mengen Bauschutt an, während viele Bauteile nur einmal genutzt werden. Wiederverwendbare Ziegelwände sollen dieses Wiederverwendungspotenzial besser erschließen.

CO2-Einsparung über drei Lebenszyklen

Nach den bisherigen Untersuchungen der Forschenden können wiederverwendbare Ziegelwandelemente gegenüber konventioneller Bauweise über drei Lebenszyklen hinweg rund 60 Prozent CO2-Emissionen einsparen. Projektleiter Hans Hafellner verweist darauf, dass Ziegel hochwertige und langlebige Bauelemente seien, deren Herstellung ressourcenintensiv ist. Die erneute Nutzung könne deshalb bereits in der zweiten Nutzungsphase einen erheblichen Teil der Gesamtemissionen vermeiden.

Technische Anforderungen im Demonstrator geprüft

Die Wandelemente verfügen über integrierte Dämmung, werden im Werk verputzt und erfüllen Anforderungen an Tragfähigkeit, Stabilität und Dichtheit. Damit kann sich auch der Aufwand auf der Baustelle verringern. In einem Demonstratorgebäude wurde das Konzept unter realen Bedingungen getestet. Nach dem vollständigen Abbau konnten die Wände an einem anderen Standort erneut errichtet werden. Das Bauwerk blieb dabei voll funktionsfähig.

Messmethode überwacht Tragfähigkeit

Zur langfristigen Überwachung der Tragfähigkeit nutzen die Forschenden eine zerstörungsfreie Messmethode auf Basis der Eigenfrequenzanalyse. Andreas Trummer vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Graz sieht die technische Machbarkeit und Robustheit des Systems unter realistischen Bedingungen durch den großmaßstäblichen Demonstrator bestätigt.

Höherer Restwert als wirtschaftlicher Faktor

Neben ökologischen Vorteilen kann das System auch wirtschaftliche Bedeutung für Bauunternehmen und Projektentwickler haben. Der Ausgangstext verweist auf einen höheren Restwert von Gebäuden am Ende ihrer Lebensdauer. Das Projekt zeigt damit, wie Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Interessen im Bauwesen stärker verbunden werden können.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer