VDI: Weniger offene Stellen und Fachkräfteengpass

VDI: Weniger offene Stellen und Fachkräfteengpass

VDI: Weniger offene Stellen und Fachkräfteengpass

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Die Zahl offener Stellen am IT- und Ingenieurarbeitsmarkt ging gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 99.470 zurück. Während Ingenieurberufe der Metallverarbeitung um 3,6 Prozent zulegten, sanken Informatikberufe um 37,7 Prozent und Ingenieurberufe in Kunststoffherstellung und chemischer Industrie um 25,1 Prozent. VDI-Arbeitsmarktexperte Maximilian Stindt erwartet, dass der Bedarf mittelfristig durch Digitalisierung, Klimaschutz, demografischen Wandel sowie Infrastrukturinvestitionen und weitere Sondervermögen wieder steigt.

Größter Engpass: Bau, Vermessung, Gebäudetechnik, Architektur

Die stärkste Engpasslage sieht der VDI bei Ingenieurberufen in Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur mit 306 offenen Stellen je 100 Arbeitslose. Damit liegt die Gruppe vor Energie- und Elektrotechnik mit 271 je 100. Stindt nennt als Treiber einer möglichen Verschärfung Renteneintritte der Babyboomer, sinkende Studienzahlen und nachlassende Technik- und Mathematikkompetenzen. Die Zahl der Studierenden in den Ingenieurwissenschaften sank zwischen 2016 und 2023 um über 11 Prozent. VDI-Direktor Adrian Willig warnt, Infrastrukturprogramme und die High-Tech-Agenda der Bundesregierung seien auf Ingenieur- und IT-Expertise angewiesen.

Zuwanderung, Integration und Nachwuchs als Hebel

Der VDI sieht im Gewinnen ausländischer Studierender und Fachkräfte einen Schlüssel, verbunden mit besserer Integration und weniger Bürokratie; genannt wird das Mentoring-Programm VDI-Xpand. Der Anteil ausländischer Beschäftigter in Ingenieurberufen stieg von 6 Prozent (2012) auf 11,4 Prozent (März 2025), besonders mit Herkunft Indien (13.997). Im Großraum München arbeiten in absoluten Zahlen die meisten ausländischen Ingenieurbeschäftigten (11.877). Zusätzlich fordert der VDI praxisorientierte Ausbildung und gezielte Nachwuchsförderung, auch mit Fokus auf Mädchen und junge Frauen.