Unsicherheit beim Gebäudemodernisierungsgesetz

Unsicherheit beim Gebäudemodernisierungsgesetz Bild: stock.adobe.com

Unsicherheit beim Gebäudemodernisierungsgesetz

  • Politik
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Mit der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes im Bundestag hat die Debatte um die künftigen Regeln für Heizungstausch und energetische Sanierung an Fahrt aufgenommen. Die Bundesregierung will mehr Technologieoffenheit und größere Freiheiten bei der Wahl von Heizsystemen schaffen. Verbände aus Wohnungswirtschaft, Ingenieurwesen und Energieberatung warnen jedoch vor neuen Unsicherheiten für Eigentümer, Investoren und Kommunen.

Wohnungswirtschaft fordert praxistaugliche Regeln

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW unterstützt das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung, sieht aber Nachbesserungsbedarf. In einem 8-Punkte-Appell fordert der Verband mehr Quartierslösungen, praxistaugliche Regeln für klimafreundliche Brennstoffe und transparente Vorgaben für Wärmenetze. Aus Sicht des GdW müssen Verantwortlichkeiten, Kostenregeln und Bezahlbarkeit klarer geregelt werden, damit Investitionen in den Gebäudebestand nicht ausgebremst werden.

VDI sieht Risiko von Fehlinvestitionen

Der Verein Deutscher Ingenieure begrüßt den technologieoffenen Ansatz grundsätzlich, fordert jedoch mehr Planungssicherheit bei der Energieinfrastruktur. Hintergrund ist die weiterhin mögliche Installation neuer Gasheizungen mit klimafreundlichen Brennstoffanteilen, während viele kommunale Wärmepläne einen schrittweisen Rückbau oder eine Umwidmung von Gasnetzen vorsehen. Für Investoren sei entscheidend, welche Infrastruktur künftig verfügbar bleibt. Zusätzlich fordert der VDI stabile Förderbedingungen für Wärmepumpen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Gebäudeautomation und intelligentem Energiemanagement.

Energieberater kritisieren Lockerungen

Der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker bewertet die Reform deutlich kritischer. Der Verband befürchtet, dass zentrale Leitplanken der Wärmewende abgeschwächt werden. Genannt werden insbesondere die geplante Abschaffung der 65-Prozent-Regel und die Lockerung weiterer Vorgaben. Aus Sicht des GIH brauchen Eigentümer, Wohnungswirtschaft und Kommunen verlässliche Rahmenbedingungen statt wiederholter Kurskorrekturen.

Investitionssicherheit als gemeinsamer Nenner

Trotz unterschiedlicher Bewertungen verweisen die Verbände auf einen gemeinsamen Punkt: Ohne langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, klare Investitionssignale und abgestimmte Infrastrukturplanung wird die Modernisierung des Gebäudebestands schwerer planbar. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und die Gebäudetechnikbranche hängen daran erhebliche künftige Investitionen in energetische Sanierungen und moderne Heizsysteme.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer