Studie zum Trinkgeld-Verhalten im Handwerk

Studie zum Trinkgeld-Verhalten im Handwerk

Studie zum Trinkgeld-Verhalten im Handwerk

  • Dienstleistungen
  • 3 Min

Die Hochschule Fresenius hat psychologische und soziale Mechanismen des Trinkgelds untersucht. Grundlage ist eine repräsentative Appinio-Umfrage mit 750 Teilnehmenden, die Gewohnheiten in unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen erfasst.

Trinkgeld-Schere zwischen Branchen

Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede: In Restaurants geben 82 Prozent Trinkgeld, bei Lieferdiensten 66 Prozent. Beim Taxifahren greift nur noch etwa die Hälfte ins Portemonnaie; im Handwerk (35 Prozent) und in der Pflege (26 Prozent) ist Trinkgeld inzwischen die Ausnahme.

Rückgang im Handwerk

Im Handwerk hat sich die Praxis spürbar verändert. Statt der früher üblichen Zuwendungen berichten Betriebe zunehmend von Kundinnen und Kunden, die die Leistung ohne zusätzliches Trinkgeld quittieren – ein Befund, den die Studie als Teil einer weiter auseinandergehenden „Trinkgeld-Schere“ einordnet.

Digitalisierung und Trinkgeld-Taste

Die verbreitete Trinkgeld-Abfrage beim Kartenzahlen verändert laut Studie die Interaktion: Weil aktiv nach einem Betrag gefragt wird, entsteht ein Entscheidungsdruck, der beim Bargeld so nicht auftrat. Das in Deutschland übliche Prinzip der Freiwilligkeit wird dadurch geschwächt.

Kontextabhängige Akzeptanz

Die Bewertung der Trinkgeld-Taste hängt stark vom Nutzungskontext ab. In Restaurants mit Service am Tisch wird sie häufig als praktische Gedächtnisstütze empfunden. In schnellen To-Go-Situationen mit wenig Service – etwa an der Bäckereitheke beim bloßen Überreichen eines Brötchens – wirkt die Aufforderung nach Studienbefund oft unangebracht und kann als Nötigung wahrgenommen werden.