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Reformen für Wohnungsbau und Infrastruktur gefordert
Deutschland steht nach Einschätzung der Bauwirtschaft weiter unter dem Eindruck mehrerer wirtschaftlich schwieriger Jahre. Auch 2026 droht demnach eine anhaltende Wachstumsschwäche. Gleichzeitig verschärft sich die Wohnungsnot in vielen Regionen. Während Experten einen Bedarf von rund 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr sehen, blieb die tatsächliche Fertigstellungszahl zuletzt deutlich darunter. Die Folgen sind steigende Mieten, fehlender Wohnraum und zunehmende Belastungen für Wirtschaft und Gesellschaft.
Sozialpartner legen gemeinsame Position vor
Zum Sozialpartner-Dialog im Bundeskanzleramt haben die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband Deutsches Baugewerbe und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie eine gemeinsame Position veröffentlicht. Unter dem Titel Bauen ist Konjunkturpolitik – Wie die Bauwirtschaft Deutschland aus der Stagnation führen kann und was dafür nötig ist skizzieren sie Maßnahmen, mit denen Investitionen schneller auf die Baustellen gebracht werden sollen.
Freie Kapazitäten im Bau vorhanden
Die Sozialpartner sehen die Bauwirtschaft als möglichen Motor für wirtschaftliche Erholung. Ihre Argumentation stützt sich darauf, dass die Branche Beschäftigung, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Nutzen verbindet. Rund 2,6 Millionen Menschen arbeiten direkt oder indirekt in der Bauwirtschaft. Zudem bestehen im Hochbau und im Tiefbau freie Kapazitäten, die kurzfristig aktiviert werden könnten. Zusätzliche Bauaufträge würden auch Handwerksbetriebe, Zulieferer und Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette stärken.
Maßnahmen für mehr Wohnraum
Für eine Belebung des Wohnungsbaus fordern die Bündnispartner bessere Förderbedingungen für klimafreundliche Neubauten, erweiterte steuerliche Abschreibungen und Sonderregelungen für bereits genehmigte, aber noch nicht gestartete Bauprojekte. In diesen Bauüberhängen sehen sie erhebliches Potenzial für zusätzliche Wohnungen. Außerdem schlagen sie Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer und ergänzende Finanzierungsinstrumente für Haushalte mit mittleren Einkommen vor. Der soziale Wohnungsbau soll dauerhaft gestärkt werden.
Infrastruktur und Genehmigungen im Fokus
Neben dem Wohnungsbau sehen die Beteiligten Handlungsbedarf bei der Modernisierung der Infrastruktur. Investitionen in Verkehrswege, Energieversorgung und Digitalisierung gelten als Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort. Zugleich sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Digitale Prozesse und die bundesweite Anerkennung von Typengenehmigungen werden als mögliche Hebel genannt, um Projekte schneller umzusetzen.
Quelle: www.meistertipp.de