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Ersatzbaustoffe kommen im Straßenbau nur langsam voran
Der Einsatz von Sekundärbaustoffen im Straßen- und Tiefbau könnte nach Einschätzung von Branchenexperten deutlich schneller vorankommen. Bei einer Informationsveranstaltung des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen und des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verwiesen Vertreter der Recycling- und Baustoffbranche darauf, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen bereits bestehen. Entscheidend sei nun die konsequente Anwendung der vorhandenen Möglichkeiten.
Vergaberecht bietet Spielräume
Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Vergaberecht bei Ausschreibungen für Straßen- und Tiefbauprojekte. Nach Einschätzung von Stefan Schmidmeyer, Geschäftsführer des bvse-Fachverbands Mineralik – Recycling und Verwertung, und Thomas Fischer, Geschäftsführer der QUBA, können öffentliche Auftraggeber den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe bereits heute gezielt fördern. Defizite sehen sie vor allem bei der praktischen Anwendung bestehender Instrumente durch ausschreibende Stellen.
Recyclingbaustoffe können wirtschaftlich sein
Dem Argument, Recyclingbaustoffe verteuerten Bauprojekte, widersprachen die Referenten. Qualitätsgesicherte Sekundärbaustoffe könnten nach ihrer Einschätzung zur Kostensenkung beitragen. Angesichts steigender Materialpreise und knapper Ressourcen gewinnt dieser Punkt für Bauunternehmen und öffentliche Auftraggeber an Bedeutung. Zugleich könnten Ersatzbaustoffe natürliche Rohstoffvorkommen schonen und die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen stärken.
Qualitätssicherung soll Akzeptanz erhöhen
Neben wirtschaftlichen Aspekten spielte die Qualitätssicherung eine zentrale Rolle. Fischer verwies auf das QUBA-Qualitätssiegel. Hersteller können damit nachweisen, dass ihre Ersatzbaustoffe bautechnische und umweltrechtliche Anforderungen erfüllen. Nach Ansicht der Referenten entsteht Akzeptanz vor allem durch nachgewiesene Qualität.
Branche fordert Umsetzung statt neuer Vorschriften
Die Teilnehmer der Veranstaltung bewerteten die geltende Ersatzbaustoffverordnung nach Angaben der Referenten vielfach als ausreichende Grundlage. Zusätzliche gesetzliche Regelungen seien derzeit nicht erforderlich. Die Branche fordert stattdessen, bestehende Regelungen konsequenter umzusetzen und die vorhandenen Möglichkeiten im Straßen- und Tiefbau stärker in die Praxis zu überführen.
Quelle: www.meistertipp.de