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Gülle als Rohstoff: Biobasierte Korrosionsschutzlacke aus NRW
Ein Forschungsprojekt aus Nordrhein-Westfalen entwickelt biobasierte Beschichtungen auf Basis landwirtschaftlicher Reststoffe. Die Farbenfabrik Oellers aus Aldenhoven arbeitet mit Partnern an Verfahren, um Bestandteile aus Schweinegülle für Korrosionsschutzlacke nutzbar zu machen und damit fossile Rohstoffe zu ersetzen, ohne Industriestandards aus dem Blick zu verlieren.
Biobasierte Funktionsstoffe statt Petrochemie
Hintergrund der Entwicklung ist die weiterhin starke Abhängigkeit vieler Beschichtungsprodukte von fossilen Rohstoffen. Im Korrosionsschutz sowie bei Fassadenanstrichen und Bodenbeschichtungen werden häufig petrochemische Komponenten eingesetzt. Durch die Aufbereitung landwirtschaftlicher Reststoffe sollen biobasierte Funktionsstoffe gewonnen werden, die vergleichbare Leistungswerte erreichen; in laufenden Laborversuchen wird geprüft, welche Varianten die besten Ergebnisse liefern, wobei im Unternehmen Modifikationen der Phytinsäure erprobt werden.
Nachhaltigkeit als Kriterium in Ausschreibungen
Nachhaltige Produkte werden für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe auch wirtschaftlich relevanter, da öffentliche Auftraggeber und Investoren verstärkt auf Umweltstandards und nachhaltige Bauweisen achten. Beschichtungen aus Reststoffen statt aus fossilen Rohstoffen passen in diese Entwicklung und gelten als geeignet für Ausschreibungen mit Umweltkriterien. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass die Produkte im Baustellenalltag zuverlässig funktionieren, schnell verarbeitet werden können und langlebige Ergebnisse liefern.
Forschung, Förderung und Standortbesuch
Die Arbeiten werden im Rahmen mehrerer Projekte gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein und einem Spezialmaschinenbauer umgesetzt und von Land und Bund unterstützt. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur informierte sich bei einem Besuch im Rahmen einer Innovationsreise am Standort über den Stand der Entwicklungen und verwies darauf, dass in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Mut zu neuen Wegen und konkrete Lösungen aus Laboren, Werkshallen und Büros erforderlich seien.
Überführung in marktfähige Produkte
Die Verbindung aus wissenschaftlicher Forschung, industrieller Produktion und regionalen Partnerschaften zeigt, wie neue Technologien in marktfähige Produkte überführt werden können. Für die Bauwirtschaft werden langfristig neue Möglichkeiten beschrieben, nachhaltige Materialien einzusetzen und gleichzeitig steigenden Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Qualität gerecht zu werden, verbunden mit der Perspektive, dass Innovationen im Baustoffbereich zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Quelle: www.meistertipp.de