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conmeet erhält sechs Millionen Euro für KI-System im Bau
Viele Handwerks- und Bauunternehmen arbeiten mit mehreren getrennten Programmen für Kalkulation, Zeiterfassung, Baustellendokumentation, Kommunikation und Abrechnung. Dadurch entstehen doppelte Eingaben, uneinheitliche Datenstände und Absprachen, die nicht immer am Auftrag dokumentiert sind. Die conmeet GmbH aus Borken will diese Lücken mit einem zentralen Steuerungssystem schließen.
Neue Finanzierungsrunde abgeschlossen
Das Unternehmen hat eine Finanzierungsrunde über sechs Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde sie von Reimann Investors Venture Capital aus München und Smedvig Ventures aus London. Das Kapital soll unter anderem in die Weiterentwicklung des Systems und den Ausbau des Teams fließen.
Entwicklung vor Markteintritt
conmeet wurde Mitte 2023 gegründet und zunächst zweieinhalb Jahre eigenfinanziert im Stealth-Mode entwickelt. Die Gründer entschieden sich dafür, vor dem Markteintritt den vollständigen Prozess eines Betriebs abzubilden. Das System soll Abläufe von der Kalkulation bis zum Zahlungseingang auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführen.
Ein Datenstand für alle Bereiche
Die Plattform bündelt Projekte, Baustellen, Nachträge, Material, Partner, Subunternehmen, Disposition, Dokumente, Finanzen und Kommunikation. Ein Auftrag durchläuft das System vom ersten Kundenkontakt über Einkauf und Ausführung bis zur Abrechnung, ohne dass Daten zwischen verschiedenen Programmen übertragen werden müssen. Änderungen im Büro wirken sich damit auch auf Disposition und Abrechnung aus.
Kommunikation am Auftrag
Ein zentraler Ansatz ist die Einbindung der Kommunikation in den jeweiligen Auftrag. Absprachen mit Kunden, Bauleitung, Subunternehmen und Lieferanten werden projektbezogen dokumentiert. Dadurch sollen Informationen nicht in separaten Chatverläufen verloren gehen, sondern für Bauleitung, kaufmännische Abteilung, Geschäftsführung und Baustelle nachvollziehbar bleiben.
KI in den Arbeitsabläufen
Architektur und Datenmodell von conmeet sind auf den Einsatz künstlicher Intelligenz ausgelegt. Die KI soll nicht als separates Zusatzwerkzeug funktionieren, sondern direkt in den betrieblichen Abläufen arbeiten. Bereits heute übernimmt das System wiederkehrende Aufgaben automatisch. Künftig sollen KI-Funktionen innerhalb definierter Rollen, Freigaben und Budgets auch Aufgabenketten ausführen können.
Marktbedarf durch Prozesslücken
conmeet sieht den Bedarf vor allem bei prozessorientierten Handwerks- und Bauunternehmen mit zehn bis mehreren hundert Beschäftigten. Fachkräftemangel, steigende Dokumentationsanforderungen und parallele Baustellen erhöhen den Druck, Abläufe effizienter zu organisieren. Das Unternehmen wurde von Benedikt Kisner, Leandro Ananias und Lennart Eckerlein gegründet und verbindet Erfahrungen aus Unternehmensaufbau, Handwerk und Softwareentwicklung.