Wohnungsbau könnte 2027 die Wende schaffen

Wohnungsbau könnte 2027 die Wende schaffen Bild: stock.adobe.com

Wohnungsbau könnte 2027 die Wende schaffen

  • Dienstleistungen
  • 4 Min

Der Wohnungsbau könnte 2027 wieder spürbar anziehen. Nach einer Neubauprognose von BauInfoConsult werden die Fertigstellungen neuer Wohngebäude im kommenden Jahr voraussichtlich um 14,2 Prozent steigen. Grundlage der Prognose sind Entwicklungen in 400 Landkreisen und kreisfreien Städten.

Genehmigungen wirken verzögert

Obwohl die Baugenehmigungen bereits seit 2024 wieder steigen, bleiben die Fertigstellungen im Jahr 2026 zunächst rückläufig. Ein Grund dafür sind genehmigte Projekte, die verschoben oder ganz gestrichen werden. Erst 2027 sollen die höheren Genehmigungszahlen stärker auf den Baustellen ankommen.

Mehrfamilienhäuser als Wachstumsmotor

Der Mehrfamilienhausbau dürfte sich laut Prognose besser entwickeln als der Eigenheimbau. Während Eigenheime nach einem Schub im Jahr 2027 bereits 2028 wieder stagnieren könnten, soll der Geschosswohnungsbau weiter zulegen. Zusätzliche Impulse könnten vereinfachte Genehmigungen für serielle Bauprojekte bringen.

Regionale Unterschiede bleiben groß

Die Erholung wird regional unterschiedlich ausfallen. Für 2026 erwartet BauInfoConsult im Norden und Westen leichte Zuwächse, während Süden und Osten noch unter der schwachen Genehmigungslage der Vorjahre leiden. Im kommenden Jahr sollen vor allem Norden und Osten zweistellige Wachstumsraten erreichen.

Westen wächst weiter

Auch im Süden werden 2027 wieder deutliche Zuwächse erwartet. Der Westen dürfte seinen Wachstumskurs fortsetzen, allerdings weniger dynamisch als andere Regionen. Damit zeigt die Prognose, dass die Trendwende im Wohnungsbau nicht überall gleichzeitig und nicht überall gleich stark ankommt.

Baugenehmigungen machen Hoffnung

Entscheidend bleibt die Entwicklung der Baugenehmigungen. In vielen Regionen könnte deren Niveau bereits 2027 wieder den Stand vor dem starken Einbruch im Jahr 2023 erreichen. Dadurch wächst die Hoffnung, dass auch die Fertigstellungen langfristig wieder näher an das Niveau vom Anfang des Jahrzehnts heranrücken.

Beschleunigung bleibt notwendig

Für eine nachhaltige Erholung reichen steigende Genehmigungen allein nicht aus. BauInfoConsult nennt Gebäudetyp E, kürzere Genehmigungsverfahren, serielles Bauen, Standardisierung und die einfachere Umwandlung bestehender Flächen in Wohnraum als wichtige Hebel. Ohne schnellere Prozesse dürfte ein dauerhaft höheres Fertigstellungsniveau schwer erreichbar bleiben.

Quelle: www.meistertipp.de