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Campusentwicklung der Helmut-Schmidt-Universität startet in Hamburg
Die Campusentwicklung der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg ist in die Planungsphase gestartet. Sämtliche Bau- und Planungspartner unterzeichneten gemeinsam mit der Bundesbauabteilung als Bauherrenvertretung einen Mehrparteienvertrag. Dieser Vertrag bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit über den gesamten Planungs- und Bauprozess hinweg. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren markiert die Unterzeichnung den offiziellen Projektstart.
Milliardenprojekt auf dem Gelände der Douaumont-Kaserne
Für das Vorhaben stellt die Bundeswehr nach Angaben der Projektbeteiligten rund eine Milliarde Euro bereit. Geplant ist eine umfassende Entwicklung des Campus auf dem Gelände der Douaumont-Kaserne in Hamburg-Jenfeld. Auf einem Areal von 205.000 Quadratmetern sollen Neubauten und Bestandssanierungen mit einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern sowie die zugehörige Infrastruktur und Freianlagen realisiert werden. Ziel ist ein klimaneutraler, moderner und innovativer Wissenschaftsstandort, an dem alle derzeit ausgelagerten Fachbereiche der Universität wieder auf dem Campus zusammengeführt werden.
Integrierte Projektabwicklung als Modell
Angesichts des großen Bauvolumens, der geplanten Laufzeit von rund zehn Jahren, des laufenden Universitätsbetriebs und der Anforderungen des Denkmalschutzes setzen Bundeswehr und Bundesbauabteilung auf die Integrierte Projektabwicklung. Dabei bilden Auftraggeber sowie Bau- und Planungspartner von Beginn an eine gleichberechtigte Allianz, die gemeinsam Verantwortung sowie Chancen und Risiken übernimmt. Nach Darstellung der Projektträger soll diese Form der Zusammenarbeit einen zügigen und effizienten Planungs- und Bauprozess ermöglichen.
Projekt mit Bedeutung für Wissenschaft und Bundeswehr
Dem Projekt kommt vor dem Hintergrund der Debatten über die Stärkung der Bundeswehr besondere Bedeutung zu. Die Campusentwicklung gilt als Investition in die universitäre Ausbildung des Führungskräftenachwuchses und damit in einen zentralen Bestandteil der Offiziersausbildung. Zugleich soll der neue Campus nach Einschätzung der Beteiligten den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Hamburg stärken. Die Hamburger Senatorin Karen Pein hebt insbesondere die Bedeutung der Integrierten Projektabwicklung für die öffentliche Hand sowie die Rolle des Projekts für Wissenschaft, Sicherheit und Verteidigung hervor. Donald Appel, Leiter der Bundesbauabteilung Hamburg, bewertet die Vertragsunterzeichnung als wichtigen Meilenstein und verweist auf die angestrebte bessere Kontrolle über Kosten- und Zeitrahmen.
Neun Allianzpartner übernehmen Planung und Ausführung
Als Bau- und Planungspartner wurden unter anderem Heinlewischer Partnerschaft freier Architekten, MO Architekten, Wetzel & von Seht, WES LandschaftsArchitektur, Glück Landschaftsarchitektur, BPR Dr. Schäpertöns Consult, RMN Ingenieure, Buro Happold, HOCHTIEF Infrastructure, Lindner, WIWA Wilko Wagner, Rud. Otto Meyer Technik und ENGIE Deutschland gewonnen. Die Bundesbauabteilung Hamburg, die zur Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen gehört, übernimmt in der Organleihe die Bauaufgaben des Bundes für die Hamburger Bundesliegenschaften und ist insbesondere für Planung, Durchführung und Bauunterhaltung auf militärischen und zivilen Liegenschaften zuständig.