Entlastungsprämie stößt auf scharfe Kritik

Entlastungsprämie stößt auf scharfe Kritik Bild: stock.adobe.com

Entlastungsprämie stößt auf scharfe Kritik

  • Politik
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Die angekündigte steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte stößt in Bauwirtschaft und Handwerk auf massiven Widerstand. Mehrere Verbände aus Bauhauptgewerbe, Ausbau, SHK-Handwerk sowie Garten- und Landschaftsbau kritisieren, dass die Maßnahme Beschäftigten zugutekommen soll, die finanziellen Folgen jedoch weitgehend bei den Unternehmen verbleiben. In einer Phase hoher Energiepreise, steigender Materialkosten, wachsender Bürokratie und schwacher Baukonjunktur verschärft sich damit aus Sicht der Betriebe der wirtschaftliche Druck auf den Mittelstand.

Betriebe sehen keinen Spielraum für zusätzliche Zahlungen

Besonders scharf fällt die Kritik in der Bau- und Ausbauwirtschaft aus. Viele Unternehmen arbeiten bereits mit stark geschrumpften Margen und stoßen an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Gerade in energieintensiven Gewerken und bei laufenden Bauprojekten fehlen nach Einschätzung der Verbände die finanziellen Spielräume für zusätzliche Sonderzahlungen. Auch das SHK-Handwerk bewertet die geplante Prämie als Fehlansatz, weil sie die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe ausblendet. Betriebe sichern unter schwierigen Bedingungen Beschäftigung und Ausbildung, sehen sich aber zugleich mit steigenden Kosten und sinkender Planungssicherheit konfrontiert.

Auch GaLaBau warnt vor zusätzlicher Belastung

Kritik kommt ebenso aus dem Garten- und Landschaftsbau. Dort wird die Maßnahme als weitere Belastung für kleinere und mittlere Unternehmen eingeordnet, die bereits unter steigenden Kosten und einer angespannten Ertragslage leiden. Die geplante Entlastung verfehlt aus Sicht der Branche ihr Ziel, weil sie nicht die betriebliche Basis stärkt, sondern neue finanzielle Verpflichtungen schafft.

Verbände verlangen strukturelle Reformen

Zwar wird die angekündigte Senkung der Energiesteuer grundsätzlich begrüßt, sie gilt jedoch als unzureichend. Gefordert werden dauerhaft wettbewerbsfähige Energiepreise, sinkende Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. In Bauwirtschaft und Handwerk wächst damit der Druck auf die Politik, statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen tragfähige Entlastungen für die Betriebe auf den Weg zu bringen.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer