BG Bau warnt vor steigender Unfallgefahr durch Hitze

BG Bau warnt vor steigender Unfallgefahr durch Hitze Bild: stock.adobe.com

BG Bau warnt vor steigender Unfallgefahr durch Hitze

  • Dienstleistungen
  • 4 Min

Zunehmende Extremtemperaturen entwickeln sich auf Baustellen zu einem ernsthaften Arbeitsschutzrisiko. Besonders Beschäftigte im Freien sind während längerer Hitzeperioden hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft steigt bei hohen Temperaturen nicht nur die Gefahr hitzebedingter Erkrankungen, sondern auch das Risiko von Arbeitsunfällen.

Vorbereitung vor der Hitzewelle

Die BG Bau warnt davor, Schutzmaßnahmen erst während einer akuten Hitzewelle zu organisieren. Bereits die hohen Temperaturen im Juni hätten Beschäftigte in der Bauwirtschaft deutlich belastet. Unternehmen sollten sich deshalb frühzeitig auf weitere Hitzeperioden vorbereiten und klare Abläufe zum Schutz ihrer Beschäftigten festlegen.

Technische Maßnahmen zuerst

Für einen wirksamen Hitzeschutz empfiehlt die Berufsgenossenschaft ein abgestuftes Vorgehen. Vorrang haben technische Maßnahmen, die Belastungen direkt reduzieren. Dazu zählen Wetterschutzzelte, Sonnensegel sowie möglichst kühle oder klimatisierte Pausenräume. Solche Maßnahmen können dazu beitragen, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und Erholungsphasen wirksamer zu gestalten.

Organisation auf der Baustelle

Ergänzend sind organisatorische Maßnahmen wichtig. Dazu gehören angepasste Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen, feste Trinkregeln sowie klar definierte Zuständigkeiten. Auch Notfallabläufe sollten vorab festgelegt und allen Beteiligten bekannt sein. So können Betriebe schneller reagieren, wenn Beschäftigte Anzeichen einer Überlastung zeigen.

Schutzausrüstung gegen Hitze und UV-Strahlung

Persönliche Schutzausrüstung ergänzt technische und organisatorische Maßnahmen. Die BG Bau nennt unter anderem Kopfbedeckungen, Sonnencreme, UV-Schutzkleidung, geeignete Schutzbrillen und Kühlwesten. Gerade bei Arbeiten im Freien muss neben der Hitze auch die Belastung durch UV-Strahlung berücksichtigt werden. Persönliche Schutzmaßnahmen können technische und organisatorische Lösungen jedoch nicht ersetzen.

Warnzeichen früh erkennen

Ein wichtiger Bestandteil des Hitzeschutzes ist die Unterweisung der Beschäftigten. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Verwirrtheit oder Koordinationsprobleme können auf eine hitzebedingte Überlastung hinweisen. In solchen Fällen muss die betroffene Person aus der Hitze gebracht und Erste Hilfe geleistet werden. Bei schweren oder anhaltenden Symptomen ist der Rettungsdienst zu verständigen.

Förderung für Sonnen- und Hitzeschutz

Die BG Bau unterstützt bestimmte Investitionen in den Sonnen- und Hitzeschutz finanziell. Gefördert werden unter anderem Kühlwesten, UV-Schutzkleidung und geeignete UV-Schutzbrillen. Zusätzlich stellt die Berufsgenossenschaft Hitzeaktionspläne für Arbeitsplätze im Innen- und Außenbereich, Checklisten und weitere Informationsmaterialien bereit. Damit können Unternehmen Gefährdungen systematisch erfassen und Schutzmaßnahmen rechtzeitig vorbereiten.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer