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Belle Harbour nutzt Aluminiumprofile aus Kunstinstallation
Das Wohnprojekt Belle Harbour liegt in der Hamburger HafenCity und wurde vom Berliner Büro Winking Froh Architekten entwickelt. Der Wohnturm umfasst siebzehn Wohnungen, Gemeinschaftsflächen und eine Dachterrasse. Das Gebäude ist für Familien und sehbehinderte Menschen konzipiert. Barrierefreie Planung, Orientierungshilfen sowie ein ergänzendes Mobilitäts- und Lernangebot sollen das gemeinsame Wohnen unterstützen.
Architektur mit gemeinschaftlichem Anspruch
Der Wohnturm ist durch eine klar gegliederte Fassade, vertikale Einschnitte für Balkone und eine markante Dachkrone geprägt. Die skulpturalen Einschnitte schaffen Balkone und verstärken die vertikale Wirkung des Baukörpers. Die Dachkrone nimmt einen Garten und eine Gemeinschaftsterrasse auf. Damit verbindet das Projekt architektonische Gestaltung mit einem gemeinschaftlich angelegten Wohnkonzept.
Umweltzeichen als Grundlage
Grundlage des Projekts ist die Umsetzung der Vorgaben des Umweltzeichens der HafenCity Hamburg in fünf Kategorien. Dabei werden Recyclingfähigkeit und Umweltwirkung der Materialien betrachtet. Nach Angaben der Projektverantwortlichen werden Materialien im Lebenszyklus bewertet, von der Herstellung bis zu einem möglichen Rückbau. Ziel ist es, graue Energie zu vermeiden, CO2 zu reduzieren und Baustoffe so auszuwählen, dass sie später getrennt und wiederverwendet werden können.
Fensterprofile mit erster Nutzung als Kunstobjekt
Ein besonderer Bestandteil des Projekts sind die rund 500 Aluminiumprofile, aus denen etwa 160 Fenster gefertigt wurden. Die Profile waren zuvor Teil einer Kunstinstallation beim Hamburger Architektursommer 2023. Das Künstlerkollektiv umschichten hatte auf den Magellan-Terrassen nahe der Elbphilharmonie einen Pavillon aus Aluminium und Holz errichtet. Die ursprünglich für Fenster vorgesehenen Profile wurden dort als raumgreifende Skulptur genutzt.
Rückführung in den Produktionskreislauf
Nach Ende des Architekturfestivals wurden die Aluminiumprofile sortenrein zurückgebaut, eingelagert, geprüft und neu beschichtet. Anschließend gelangten sie zurück in den Produktionsprozess und wurden von Geerds Metallbau zu Fensterrahmen weiterverarbeitet. Im Wohnprojekt Belle Harbour fanden sie eine neue Nutzung. Nach Angaben des Metallbauunternehmens ließen sich die Profile wie Neumaterial verarbeiten.
Aluminium als wiederverwertbarer Baustoff
Die Qualitätsprüfung und das Gutachten des Beschichters bestätigten laut Ausgangstext die uneingeschränkte Verwendbarkeit der Profile. Das Projekt zeigt damit, wie temporär genutzte Bauteile in ein dauerhaftes Gebäude überführt werden können. Aluminiumfenster lassen sich nach Angaben aus dem Text durch moderne Trenn- und Sortierverfahren nahezu vollständig recyceln. Bis zu 98 Prozent des Materials können wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.