Baugenehmigungen steigen, Auftragseingang bleibt im Minus

Baugenehmigungen steigen, Auftragseingang bleibt im Minus Bild: stock.adobe.com

Baugenehmigungen steigen, Auftragseingang bleibt im Minus

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Im Juli 2026 wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Juli summieren sich die Genehmigungen auf 148.800 Wohnungen, ein Plus von 12,9 Prozent. Am stärksten ist der Anstieg im Geschosswohnungsbau mit 79.700 Wohnungen (plus 15,1 Prozent). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stieg die Zahl um 13,0 Prozent auf rund 36.800 Wohnungen.

Auf den Baustellen kommt davon noch zu wenig an

Laut Bauindustrie liegt der reale Auftragseingang im Minus. Im August meldeten zudem 13 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen Stornierungen. Bauindustrie, Baugewerbe und Wohnungswirtschaft warnen deshalb vor zu hoher Euphorie. Als Risiken für die Trendwende nennen sie hohe Baukosten, schwierige Finanzierungen und unsichere Förderbedingungen.

Die Bauindustrie sieht den Wendepunkt noch nicht erreicht

Nach Einschätzung von Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), hat der Wohnungsbau den Wendepunkt noch nicht erreicht. Er verweist darauf, dass auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen nach unten korrigiert haben. Sie rechnen für 2026 mit rückläufigen Bauinvestitionen.

Das Baugewerbe fordert schnellere Verfahren

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) verweist auf das niedrige Ausgangsniveau. Dem jährlichen Bedarf von rund 320.000 Wohnungen stehe weiterhin eine zu geringe Bautätigkeit gegenüber. Der Verband fordert, Behörden gleichzeitig zu beteiligen, feste Regelfristen für die Bauleitplanung einzuführen und eine Genehmigungsfiktion bei behördlichem Schweigen zu schaffen. Außerdem müsse der Gebäudetyp E endlich umgesetzt werden.

Für die Wohnungswirtschaft entscheidet die Wirtschaftlichkeit

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht das Hauptproblem in der Wirtschaftlichkeit. Laut GdW-Präsident Axel Gedaschko zeigen die Genehmigungszahlen zwar Bauwillen. Viele Vorhaben scheiterten aber daran, dass sie sich nicht zu bezahlbaren Mieten umsetzen lassen. Sozial orientierte Wohnungsunternehmen könnten hohe Bau- und Finanzierungskosten nicht einfach an die Mieter weitergeben. Der Verband fordert weniger kostentreibende Anforderungen, mehr serielles und modulares Bauen und einen rechtssicher verankerten Gebäudetyp E.

Die Unsicherheit bei der Förderung bleibt

Der GdW verlangt außerdem, die EH55-Plus-Förderung über das Jahresende hinaus fortzuführen. Zusätzliche Unsicherheit bringt die Diskussion über Kürzungen von 1,36 Milliarden Euro beim Neubau-Etat 2027. Ob aus den steigenden Genehmigungen tatsächlich neue Bauaufträge werden, ist damit noch offen.

Quelle: www.meistertipp.de