Baugenehmigungen legen zu, Wohnungsbau bleibt ausgebremst

Baugenehmigungen legen zu, Wohnungsbau bleibt ausgebremst

Baugenehmigungen legen zu, Wohnungsbau bleibt ausgebremst

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Nach drei Jahren rückläufiger Zahlen zeigen die Baugenehmigungen im Wohnungsbau bis November 2025 wieder nach oben. Bundesweit wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 215.500 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt meldet. Bewegung gibt es insbesondere bei Mehrfamilienhäusern. Im Vergleich zu 2021 bleibt das Niveau jedoch deutlich niedriger: Damals lagen die Genehmigungen im gleichen Zeitraum bei mehr als 340.000 Wohneinheiten.

Branche sieht Signal, aber keine Entwarnung

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) wertet den Anstieg als wichtiges Signal, warnt jedoch vor falscher Sicherheit. HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller erklärte, auf den leichten Positivmeldungen dürfe sich die Branche nicht ausruhen. Die höheren Genehmigungszahlen spiegelten sich bislang kaum in der Geschäftslage wider. Der aktuelle ifo-Geschäftsklimaindex zeigt laut Text weiterhin negative Bewertungen zur Lage und zu den Erwartungen vieler Unternehmen.

Lücke zwischen Genehmigungen, Bedarf und Fertigstellungen

Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sieht nach Angaben des Textes Licht und Schatten. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa sprach von guten Nachrichten, warnte aber vor einem trügerischen Aufschwung. Weiterhin bestehe eine große Lücke zwischen Genehmigungen und dem Bedarf. Für das laufende Jahr werden demnach lediglich rund 225.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet.

Bezahlbarer Neubau bleibt besonders unter Druck

Im Segment des bezahlbaren Wohnens bleibt die Lage angespannt. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen verweist darauf, dass hohe Baukosten, Zinsen und langwierige Verfahren den Neubau weiterhin bremsen. GdW-Präsident Axel Gedaschko erklärte, Genehmigungen allein lösten die Wohnungsfrage nicht. Entscheidend sei, dass Projekte realisiert werden und Mieten bezahlbar bleiben.

Fokus auf stabile Rahmenbedingungen

Branchenübergreifend wird laut Text betont, dass der aktuelle Zuwachs nur dann Wirkung entfalten kann, wenn politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stabilisiert werden. Genannt werden verlässliche Förderprogramme, planbare energetische Standards und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Erst wenn aus dem statistischen Plus ein nachhaltiger Bauimpuls wird, könne sich die Stimmung im Baugewerbe drehen und der Wohnungsmarkt entlastet werden.

Quelle: www.meistertipp.de
  • Cordula Kiefer