Studie sieht Potenzial von KI für den Klimaschutz in Städten

Studie sieht Potenzial von KI für den Klimaschutz in Städten Bild: stock.adobe.com

Studie sieht Potenzial von KI für den Klimaschutz in Städten

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Eine Studie unter Leitung der TU Berlin zeigt, dass Künstliche Intelligenz in europäischen Städten bereits für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt wird. Untersucht wurden Anwendungen wie optimierte Ampelschaltungen, die Routenplanung für die Müllabfuhr sowie die automatische Steuerung von Heizungen und Klimaanlagen zur Senkung des Energieverbrauchs. Die Analyse identifiziert mit Amsterdam, Helsinki, Kopenhagen, Paris, Wien und Berlin sechs Metropolen, die in der Europäischen Union eine führende Rolle einnehmen, weil sie KI konkret mit Klimaschutzmaßnahmen verbinden.

Breites Anwendungsspektrum in der Praxis

Ziel der Untersuchung war es, Praxisbeispiele für den Einsatz von KI im städtischen Klimaschutz zu erfassen und zugleich Herausforderungen bei der Umsetzung sichtbar zu machen. Die Bandbreite der Projekte reicht von einer verbesserten Ampelschaltung in Paris, die den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr um zwei Prozent senkt, bis zu Pilotprojekten in Kopenhagen und Helsinki, in denen über Sensoren und KI-gesteuerte Heizsysteme Einsparungen von bis zu 20 Prozent erzielt wurden. In Wien unterstützt mitlernende Software die Planung und Umsetzung nachhaltiger Bauvorhaben. In Berlin wurde KI in einem Pilotprojekt zur effizienteren Bewässerung von Bäumen eingesetzt.

Verwaltungen als Schlüsselakteure

Die Studie hebt die Bedeutung der städtischen Verwaltungen für den Erfolg solcher Projekte hervor. Sie spielen demnach eine zentrale Rolle beim Zugang zu Daten, bei der Entwicklung eigener Lösungen und bei der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Technologieanbietern. Als Beispiel wird Berlins Strategie Gemeinsam Digital genannt, in der nachhaltige Stadtentwicklung und digitale Transformation miteinander verknüpft werden. Zudem zeigt die Untersuchung, dass der persönliche Einsatz einzelner Beschäftigter in der Verwaltung für die Umsetzung innovativer Projekte häufig entscheidend ist.

Pilotprojekte reichen nicht aus

Als zentrales Problem benennt die Studie, dass viele Vorhaben bislang Pilotcharakter haben und nach dem Ende einer Förderung nicht weitergeführt oder skaliert werden. Für einen dauerhaften Nutzen seien Personal, Fachwissen und belastbare Strukturen in den Verwaltungen erforderlich. KI-Kompetenz dürfe deshalb nicht vollständig an Dienstleister ausgelagert werden, sondern müsse in den Kommunen selbst aufgebaut werden. Die Autorinnen und Autoren identifizieren dafür sieben neue Aufgabenprofile in der Verwaltung, darunter Rollen mit Verantwortung für Fachwissen, Daten und die Mitentwicklung von Lösungen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Potenzial von KI im städtischen Klimaschutz nur dann ausgeschöpft werden kann, wenn technische Lösungen mit organisatorischen und strategischen Voraussetzungen verbunden werden.