Bild: stock.adobe.com
Exoskelette: Ottobock und Würth bauen Vertrieb fürs Handwerk aus
Heben, Tragen, Arbeiten in gebückter Haltung oder über Kopf gehören auf Baustellen und im Handwerk zum Alltag. Zugleich wird es für Betriebe schwieriger, Fachkräfte zu finden und erfahrene Mitarbeiter lange im Beruf zu halten. Angesichts älter werdender Belegschaften wächst das Interesse an technischen Hilfsmitteln wie Exoskeletten, die Rücken, Schultern oder Gelenke entlasten sollen. Der Anbieter Suitx by Ottobock sieht im Handwerk deshalb einen Wachstumsmarkt.
Verschiedene Systeme für verschiedene Belastungen
Das Modell IX Back Air soll etwa den unteren Rücken beim Heben, Tragen und bei Arbeiten in gebeugter Haltung unterstützen. Weitere Systeme sind für Nacken, Handgelenke, Knie und Rücken vorgesehen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von der Tätigkeit ab. Arbeitsplatzanalysen und praktische Tests sollen zeigen, wo sich die Technik in bestehende Abläufe integrieren lässt. Laut David Duwe, Europachef von Suitx by Ottobock, wird Gesundheitsschutz damit zu einem wirtschaftlichen Faktor.
Würth bietet Exoskelette in über 90 Niederlassungen an
In Deutschland sind die Exoskelette bereits in mehr als 90 Würth-Niederlassungen erhältlich, bis Ende 2026 sollen es mehr als 100 werden. In Frankreich sollen die Systeme bis Ende März 2027 in 240 Niederlassungen angeboten werden. Exoskelette müssen nicht nur entlasten, sie dürfen Arbeitsabläufe auch möglichst wenig behindern. Die praktische Erprobung spielt deshalb eine wichtige Rolle.
Ein Dachdeckerbetrieb setzt die Technik bereits ein
Beim Dachdecker- und Abdichtungsunternehmen Schühle Abdichtungen aus Reutlingen kommen die Systeme bereits bei körperlich belastenden Arbeiten zum Einsatz. Nach Einschätzung von Hansjörg Schühle muss in die Gesundheit von Fachkräften investieren, wer sie langfristig halten will. Exoskelette hälfen dabei, körperliche Belastungen zu reduzieren.
Die BG Bau unterstützt die Erprobung
Die BG Bau unterstützt die betriebliche Erprobung von Exoskeletten für Rücken und Schultern. Betriebe können so testen, bei welchen Tätigkeiten die Systeme unter realen Bedingungen einen Nutzen bringen. Erfahrungen gibt es bereits aus Industrie und Logistik, etwa bei Hebe-, Trage-, Wartungs- und Reparaturarbeiten.
Quelle: www.meistertipp.de