EU-Paket zur Arbeitsmobilität: Handwerk lehnt gemeinsamen Ausbildungsrahmen ab

EU-Paket zur Arbeitsmobilität: Handwerk lehnt gemeinsamen Ausbildungsrahmen ab Bild: stock.adobe.com

EU-Paket zur Arbeitsmobilität: Handwerk lehnt gemeinsamen Ausbildungsrahmen ab

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Die EU-Kommission hat das "Fair Labour Mobility Package" vorgelegt. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) soll es die Regeln für grenzüberschreitende Beschäftigung modernisieren, vereinfachen und digitalisieren. Mit der Veröffentlichung beginnen die Verhandlungen im Rat der Europäischen Union. Deutschland werde sich laut BMAS konstruktiv beteiligen.

Das Paket umfasst drei zentrale Maßnahmen

Vorgesehen ist ein digitaler Europäischer Sozialversicherungsausweis (ESSPASS). Mit ihm sollen sich Dokumente wie die A1-Bescheinigung, die Arbeitnehmer bei Auslandsentsendungen nachweisen müssen, digital ausstellen, mitführen und prüfen lassen. Zudem soll die Europäische Arbeitsbehörde (ELA) gestärkt werden, um grenzüberschreitende Kontrollen wirksamer durchzuführen und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber besser zu informieren. Hinzu kommen Vorschläge für eine einfachere und schnellere Anerkennung von Qualifikationen, sowohl für EU-Bürger als auch für Arbeitskräfte aus Drittstaaten.

Das Handwerk sieht Mehrwert im digitalen Ausweis

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt den ESSPASS. Er sei ein Beispiel dafür, wie freiwillige, digitale und interoperable Lösungen das Handwerk im Binnenmarkt stärken könnten. Positiv bewertet der Verband auch die geplante Verknüpfung nationaler Datenbanken auf EU-Ebene, einschließlich solcher aus Drittstaaten. Qualifikationen und Abschlüsse würden so transparenter. Die ELA biete kleinen und mittleren Betrieben dann einen Mehrwert, wenn sie relevante Informationen verständlich und leicht zugänglich aufbereite.

Der ZDH lehnt neue Vorgaben zur Qualifikationsanerkennung ab

Skeptisch ist der ZDH bei der Anerkennung von Qualifikationen. Die EU solle bei der Übertragbarkeit unterstützend wirken, aber nicht gesetzgeberisch eingreifen. Für zusätzliche Legislativmaßnahmen sieht der Verband keinen Bedarf.

Ein gemeinsamer Ausbildungsrahmen würde Parallelstrukturen schaffen

Konkret kritisiert der ZDH den geplanten gemeinsamen Ausbildungsrahmen im Rahmen der Initiative zur Portabilität von Kompetenzen. Nach Angaben des Verbands ist die Zahl der Anerkennungsverfahren im Handwerk niedrig, ein Großteil wird fristgerecht anerkannt. Zudem unterschieden sich die Ausbildungsinhalte in den Mitgliedstaaten teils erheblich. Gemeinsame Rahmen würden daher Parallelstrukturen in der beruflichen Bildung schaffen, warnt der ZDH.

Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de