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DGNB aktualisiert Zertifizierung für Neubauprojekte im Ausland
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen hat ihr Zertifizierungssystem für Neubauprojekte im Ausland in der Version 2026 veröffentlicht. Es eignet sich wie die deutsche Variante für gängige Gebäudenutzungen und soll Nachhaltigkeitsqualität bei internationalen Bauprojekten transparent nachweisen.
Anpassung an lokale Bedingungen
Ein zentrales Merkmal des Systems ist die länderspezifische Anpassung. Klimatische, bauliche, gesetzliche und kulturelle Besonderheiten des jeweiligen Projektstandorts werden im Zertifizierungsprozess berücksichtigt. Dazu werden relevante Benchmarks und Gewichtungen der Indikatoren angepasst.
Ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz
Die DGNB setzt seit ihrer ersten Systemversion auf einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz. Bewertet werden unter anderem Ökobilanzierung, Lebenszykluskosten und Innenraumluftqualität. Der performancebasierte Ansatz legt den Schwerpunkt weniger auf einzelne Maßnahmen als auf deren tatsächliche Wirkung.
Internationale Anwendung wächst
Bis Ende 2025 wurden nach Angaben der DGNB mehr als 15.000 Projekte auf Grundlage des Systems ausgezeichnet. Rund 20 Prozent davon befinden sich im Ausland. Insgesamt verteilen sich DGNB-zertifizierte Projekte auf 36 Länder.
Kriterien vereinfacht und harmonisiert
Die internationale Version wurde gegenüber der Fassung von 2020 grundlegend weiterentwickelt und mit der deutschen Version 2023.2 abgeglichen. Die Zahl der Kriterien wurde reduziert, Anforderungen wurden einfacher formuliert und die zugehörigen Tools mit Blick auf die Anwendung optimiert.
Regelwerke und Reporting im Blick
Sämtliche Kriterien wurden mit wichtigen internationalen Regelwerken und ISO-Normen harmonisiert. Für Projekte im europäischen Ausland werden Anforderungen wie EU-Taxonomie und EU-Gebäuderichtlinie EPBD abgebildet. Zudem soll das System Kennzahlen für Green Finance und Nachhaltigkeitsreporting bereitstellen.
Zukunftsthemen stärker integriert
Biodiversität, Klimaanpassung, Wasser, Klima- und Ressourcenschutz sind im Kriterienkatalog umfassend berücksichtigt. Auch soziale Aspekte und Schadstoffvermeidung bleiben wichtig. Der Erhalt von Gebäudeteilen kann sich positiv auf Lebenszyklus- und Zirkularitätskriterien auswirken.