dena-Studie: Serielle Sanierung senkt Emissionen über den Lebenszyklus

dena-Studie: Serielle Sanierung senkt Emissionen über den Lebenszyklus Bild: stock.adobe.com

dena-Studie: Serielle Sanierung senkt Emissionen über den Lebenszyklus

  • Nachhaltigkeit
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Das Kompetenzzentrum Serielles Sanieren der dena hat eine Pilotstudie zur Lebenszyklusanalyse (LCA) vorgelegt. Nach Angaben der dena vergleicht sie erstmals Treibhausgasemissionen und Kohlenstoffspeicherfähigkeit bei serieller und konventioneller Sanierung. Erstellt haben die Studie weberbrunner pischetsrieder architektur und FrieNa – Friedel Nachhaltigkeitsberatung in Kooperation mit der TAG Immobilien AG. Betrachtet wird ein Zeitraum von 50 Jahren.

Zwei Mehrfamilienhäuser in Salzgitter dienen als Modellprojekt

Untersucht wurden zwei unsanierte Mehrfamilienhäuser der TAG Immobilien AG in Salzgitter aus dem Baujahr 1962 mit Energieeffizienzklasse F. Sie werden 2026 mit vorgefertigten Holzständerelementen seriell saniert und auf den Effizienzhausstandard EH 55 gebracht. In drei Szenarien vergleicht die Studie Baustoffe und Bauteile, die technische Gebäudeausrüstung (TGA) und den Energiebedarf in der Nutzungsphase. Die Szenarien "unsaniert" und "konventionell saniert" wurden anhand der vorliegenden Daten simuliert.

Die serielle Sanierung schneidet leicht besser ab

Gegenüber dem unsanierten Zustand senkt die konventionelle Sanierung die Treibhausgasemissionen laut Studie um rund 74 Prozent, die serielle um rund 79 Prozent. Die materialoptimierte serielle Variante mit Re-Use erreicht rund 81 Prozent. Ausschlaggebend sind unter anderem geringere Emissionen in der Konstruktion und geringere Wärmeverluste. Der gezielte Einsatz nachwachsender Rohstoffe und wiederverwendeter Materialien verbessert die Bilanz zusätzlich. Im Modellprojekt spart die serielle Sanierung so rund 3.000 Tonnen CO₂-Äquivalente gegenüber dem unsanierten Gebäude ein.

TGA und Energiemix sind entscheidende Hebel

Durch die deutlich geringere Betriebsenergie ist der Aufwand für Sanierung und technischen Ausbau laut Studie bereits nach zwei bis drei Jahren energetisch amortisiert. Großen Einfluss auf die Emissionsbilanz hat der gewählte Energiemix. Für eine wirksame Dekarbonisierung sollten Gebäudehülle, TGA und Energieversorgung daher gemeinsam betrachtet werden. Laut dena-Geschäftsführungsvorsitzender Corinna Enders sind neben der Energieeffizienz auch Materialien, Konstruktion, TGA und Energieversorgung für die Klimawirkung eines Gebäudes entscheidend.

Gebäude können zu Kohlenstoffspeichern werden

Nachwachsende Rohstoffe und Re-Use-Materialien können Gebäude zu Kohlenstoffspeichern machen. Kohlenstoff aus nachwachsenden Rohstoffen bleibt langfristig in Bauteilen gebunden, sofern er am Ende der Lebensdauer nicht freigesetzt wird. Vorgefertigte Bauteile und lösbare mechanische Verbindungen schaffen dafür nach Einschätzung der Studie gute Voraussetzungen und erleichtern die spätere Wiederverwendung.

Die Studie richtet Empfehlungen an Wohnungswirtschaft und Politik

Die Studie empfiehlt Wohnungswirtschaft und Investoren, serielle Sanierungen mit biobasierten Materialien zu priorisieren und zirkuläre Prinzipien in Ausschreibungen zu verankern. Politik und Kommunen könnten die Förderbedingungen verbessern, etwa indem sie Kohlenstoffspeicher in der Förderung berücksichtigen und Zulassungen für ökologische Materialien erleichtern. Laut Lebenszyklusanalyse sind mit serieller Sanierung auch die Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) erreichbar. Damit könnte die NH-Klasse perspektivisch als Förderanreiz für die serielle Sanierung dienen.