3D-Betondruck mit Normbeton: Modulhaus in Weißenhorn gedruckt

3D-Betondruck mit Normbeton: Modulhaus in Weißenhorn gedruckt Bild: stock.adobe.com

3D-Betondruck mit Normbeton: Modulhaus in Weißenhorn gedruckt

  • Digitalisierung & Technik
  • 4 Min

Rupp Gebäudedruck hat im bayerischen Weißenhorn das Modulhaus "Pluto" aus der Serie "Ready4Space" gebaut. Es hat 23 Quadratmeter Wohnfläche, die Außenwände wurden vollständig im 3D-Betondruck hergestellt. Nach Angaben der Projektpartner werden dabei erstmals ein mobiles 7-Achs-Drucksystem und ein 3D-Recycling-Druckbeton auf Basis von Normbeton kombiniert. Laut Rupp Gebäudedruck war nach fünf Stunden etwa die Hälfte des Moduls gedruckt.

An dem Projekt sind mehrere Industriepartner beteiligt

Die mobile Roboterplattform stammt von Avenco und wurde gemeinsam mit dem Industrieroboterhersteller Kuka entwickelt. Die Misch- und Pumptechnik lieferte der Baumaschinen- und Anlagenhersteller m-tec, den Beton der Baustoffhersteller quick-mix.

Eine mobile Anlage erweitert die Einsatzmöglichkeiten

Anders als stationäre Portalsysteme lässt sich die Roboterplattform flexibel positionieren und so an wechselnden Einsatzorten nutzen. Das könnte die Einsatzmöglichkeiten des Gebäudedrucks deutlich erweitern. Laut Projektdokumentation sind auch komplexere Geometrien wie geschwungene Wandelemente möglich. Rupp-Geschäftsführer Michael Oßwald nennt als Ziel, den Gebäudedruck aus der Nische in die breite Anwendung zu bringen. Dafür brauche es wirtschaftliche, flexible und praxistaugliche Lösungen.

Normbeton könnte den Gebäudedruck günstiger machen

Beim Gebäudedruck werden häufig speziell entwickelte Rezepturen benötigt. Das eingesetzte Material basiert nach Angaben der Projektpartner dagegen auf einem Normbeton. Dadurch soll die Technologie leichter verfügbar und wirtschaftlicher werden. Oßwald sieht darin einen wichtigen Schritt zu einer breiteren Marktdurchdringung.

Der Modulbau wird zum neuen Einsatzfeld

Das Gebäude soll Teil eines Modulhaus-Parks in der Region Weißenhorn werden. Vorgesehen sind Nutzungen als Gäste- und Ferienhaus, Homeoffice, Wohnraumerweiterung oder touristisches Angebot. Das Potenzial für Bauunternehmen liegt damit weniger im einzelnen gedruckten Haus als in der Skalierung. Die Partner wollen zeigen, dass sich digital geplante Gebäude automatisiert und wiederholbar fertigen lassen.

Der Ausbau bleibt klassische Bauleistung

Der Ausbau nach dem Druck erfolgt weiterhin in klassischen Bauprozessen. Das Projekt zeigt damit, wie 3D-Druck, Modulbau und traditionelle Gewerke künftig stärker ineinandergreifen könnten.

Quelle: www.meistertipp.de