Suchverfahren
Das Suchverfahren ist ein spezifischer Prozess im Kontext der Vergabe öffentlicher Aufträge, insbesondere bei Maßnahmen des Bundes. Es wird angewendet, wenn Aufträge einen bestimmten Wert unterschreiten, jedoch eine gewisse finanzielle Grenze überschreiten, im speziellen Fall ab einem Auftragswert von 50.000 Euro. Dieses Verfahren orientiert sich am Verhandlungsverfahren nach der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) und ist für Aufträge unterhalb der sogenannten Schwellenwerte vorgesehen.
Anwendungsbereich
Das Suchverfahren kommt insbesondere bei Bundesaufträgen zur Anwendung, wenn der Wert des Auftrags die Marke von 50.000 Euro erreicht oder übersteigt, aber unter den EU-weit festgelegten Schwellenwerten für öffentliche Ausschreibungen liegt. Diese Regelungen sind Teil der Richtlinien für die Vergabe von Ingenieurleistungen (RifT).
Prozessablauf
Das Suchverfahren beginnt mit einer Markterkundung, bei der potenzielle Auftragnehmer identifiziert werden. Anschließend erfolgt eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots an die ausgewählten Unternehmen. Im Unterschied zu standardisierten Ausschreibungsverfahren bietet das Suchverfahren mehr Spielraum für Verhandlungen zwischen dem Auftraggeber und den potenziellen Auftragnehmern.
Ziele und Vorteile
Das primäre Ziel des Suchverfahrens ist es, einen geeigneten Auftragnehmer effizient und effektiv zu finden, indem eine direktere und flexiblere Interaktion mit potenziellen Anbietern ermöglicht wird. Dieses Verfahren ist besonders vorteilhaft bei spezialisierten Aufträgen oder wenn eine begrenzte Anzahl von Anbietern vorhanden ist. Es ermöglicht den Auftraggebern, spezifische Anforderungen detaillierter zu diskutieren und anzupassen, was bei standardisierten Ausschreibungsverfahren oft nicht möglich ist.
Regulatorischer Rahmen
Das Suchverfahren ist in den Richtlinien für die Vergabe von Ingenieurleistungen (RifT) festgelegt und folgt den Prinzipien des Verhandlungsverfahrens nach VOF. Obwohl es weniger formell als das offene oder das nicht offene Verfahren ist, müssen dennoch grundlegende Prinzipien der Transparenz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung eingehalten werden.
Anforderungen an die Durchführung
Bei der Durchführung des Suchverfahrens müssen die Auftraggeber bestimmte Kriterien beachten. Dazu gehört die sorgfältige Dokumentation des Verfahrens, die Auswahl geeigneter Kandidaten basierend auf objektiven Kriterien und die faire Verhandlungsführung.
Abschluss des Verfahrens
Das Suchverfahren endet mit der Vergabe des Auftrags an den ausgewählten Anbieter. Der Abschluss des Verfahrens erfordert eine endgültige Entscheidung, die auf der Grundlage der während des Verfahrens gesammelten Informationen und Verhandlungsergebnisse getroffen wird.
Zusammenfassend ist das Suchverfahren ein angepasstes Vergabeverfahren, das speziell für bestimmte öffentliche Aufträge entwickelt wurde, um Flexibilität und Effizienz zu gewährleisten. Es erleichtert den Auftraggebern, geeignete Auftragnehmer für spezifische und oft komplexere Projekte zu finden, indem es einen direkteren und interaktiveren Auswahlprozess bietet.